Review

Mit seinem Soloprojekt SANZ hat sich der ehemalige Groovenom-Sänger Sandro Geissler einen Herzenswunsch erfüllt und veröffentlicht nun sein Erstlingswerk, das den Titel „Let Us Die“ trägt.

Als ungewohnt ruhig und gefühlvoll wird die Scheibe beschrieben. Ferner führt das Label NoCut Entertainment aus:

Mit seinem Debutalbum „Let Us Die“ tritt SANZ in Fußstapfen von Bands wie Depeche Mode, Tears for Fears oder Camouflage. Die Einflüsse des New Wave der Achtziger Jahre werden von SANZ dabei gekonnt mit aktuellem Popsound und tanzbarem Synthwave kombiniert.

Die Tracks

Der Opener „Let Us Die“ wurde bereits vorab als Single veröffentlicht. Ein melancholisches, düsteres Gitarrensolo eröffnet den Track. Mit einsetzendem Gesang werden Synthesizer hinzugefügt, die den schönen Synthpop-Sound erzeugen. Mit seiner gefühlvollen Stimme lässt Sandro die Hörer:innen in einem See aus Melancholie schwimmen.

Auch bei „Suck Your Love“ gibt es wieder ein Gitarren-Intro. Der Gitarren-Loop zieht sich durch die Strophen weiter. Der Refrain ist von Synthie-Sound geprägt, ebenso wird der Gesang im Refrain etwas rauer und massiver. Ansonsten plätschert der Gesang in den Strophen vor sich hin, was aber keinesfalls negativ zu werten ist. Sehr sanft und mit viel Gefühl hört man so die Geschichte eines Vampirs, der nach der Liebe und dem Blut seines Opfers giert.

Ebenfalls als Single wurde „Follow Me“ veröffentlicht. Hier gibt es Piano-Sound im Intro zu hören, der scheinbar in Streicher-Klänge übergeht. Ein sehr schöner Lovesong, der die Hörerschaft dank des gefühlvollen und kraftvollen Gesangs in höhere Sphären schweben lässt. Absolut traumhaft.

„Break Me Down“ wird von fettem und doch dezentem Synthesizer-Sound eingeleitet. Die Melodien der Synthesizer vollführen virtuose Läufe. Und auch ein Gitarrensolo fehlt in diesem Track nicht. Dieses fügt sich sehr gut in den Electro-Sound ein, während sich der Gitarren-Sound insgesamt auch dann noch weiter durch den Song zieht, wenn der Gesang wieder einsetzt.

In den Strophen zu „Close“ sind Streicher zu hören, die sich in den Klangteppich aus Synthie-Sound und cleaner Gitarre einfügen. Im Laufe des Titels nimmt das Tempo zu und eine verzerrte Gitarre setzt ein, um den Instrumentalpart anzuführen. Dieser mündet schließlich in einen ruhigen Gesangspart, der vom Klavier untermalt wird.

Eine cleane Gitarre und ein dezent stampfender Beat leiten den tanzbaren Song „My Heart Is In Your Hands“ ein. Dieser Beat zieht sich eisern durch die Strophe, in der zudem ein in den Hintergrund gerücktes Streichinstrument zu hören ist, das den Gesang nur dezent untermalt.

Sowohl im Gesang als auch im Sound von „Fall Again“ schwingt eine gewisse Traurigkeit mit; vorrangig erzeugt durch düster wirkende Klavier- und Streicherklänge im Intro sowie durch das integrierte Klaviersolo. Es ist nach wie vor faszinierend, wie gut hier klassische Instrumente und Synthesizer eingesetzt werden, um diese spezielle Stimmung rüberzubringen.

SANZ (Copyright: SANZ)

Etwas holprig wirkt hingegen der Übergang vom Intro mit der cleanen Gitarre bis zum Einsetzen der Synthesizer in „We Are Lost“. Umso mehr punktet der Gesang, der in den Strophen stellenweise geflüstert oder gehaucht dargeboten wird.

Verzerrte Gitarren- und Synhesizer-Sounds gepaart mit Klavierklängen prägen das Intro von „Fail“. Die Klavierklänge werden immer wieder in den Klangteppich der Synthies eingeflochten, um noch eine Spur mehr Melancholie einfließen zu lassen. Der Track ist im Vergleich zu den anderen Tracks daher noch ruhiger und trauriger. Mit über fünf Minuten Länge wirkt das Ganze dann aber doch etwas langatmig und läuft Gefahr, langweilig zu werden.

Der letzte Track auf der Scheibe ist passenderweise „The End“. Der Song wird mit der mehrfach wiederholten Textzeile „This ist the end“, untermalt von fast schon düsterem Sound, eingeleitet. Ebendieses Gebilde im Intro scheint später als Bridge zu fungieren.

Fazit

Extrem gefühlvoller, teils rauer und kraftvoller Gesang wird perfekt vom Synthesizer-Sound untermalt und nimmt die Hörer:innen in die Gedankenwelt des Musikers mit. Die Songs schmeicheln die Gehörgänge der Hörer:innen und man kann sich völlig in diesem See aus Gefühlen treiben lassen. Ein absolut traumhaftes Werk.

Mit seinem Projekt SANZ zeigt Sandro Geissler eine ganz neue Seite von sich. Man darf hoffentlich noch mehr von dieser großartigen Stimme hören.


Sanz – Let Us Die

Video

Tracklist

01 Let Us Die
02 Suck Your Love
03 Follow Me
04 Break Me Down
05 Close
06 My Heart Is In Your Hands
07 Fall Again
08 We Are Lost
09 Fail
10 The End

Details

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Label: NoCut / SPV
Vö-Termin: 13.05.2022
Spielzeit: 42:28

Copyright Cover: NoCut



Über den Autor

Selina
Carpe Noctem