Review

Dark Pop Künstler aus Finnland

„Superhelden werden immer gebraucht, und die Stadt sucht nach einem Retter. Wenn die Nacht hereinbricht, setze ich also meinen breitkrempigen Hut auf, ziehe meine Lederhose an und nehme meine Sechs-Saiter, um in der Dunkelheit zu verschwinden und über Liebe, Schmerz und dunkle Wüstennächte zu singen. Das ist Sam Shaky.“

So also beschreibt ebenjener Dark Pop Künstler aus Finnland sich selbst und veröffentlicht mit vorliegendem Silberling namens „Arctic Americana“ sein Debütalbum. Dieses bewegt sich musikalisch

Zwischen dunklem Ethereal-Pop und Alternative-Rock

Eröffnet wird das 13 Titel umfassende Werk mit dem rein instrumentalen Track „Downshifter“. Dieser gibt die grobe Richtung des Albums passend vor: Es wird und bleibt sphärisch, melodisch, hypnotisch, atmosphärisch – und elektronisch. Dies jedoch auf eine sehr angenehme dunkel-poppige Art und Weise, wie es im folgenden Song beeindruckend zu bemerken ist.

„Don’t Play with the Devil“ gab es bereits im April 2021 als erste Vorabauskopplung zu hören. Sam Shaky lieferte damit ein Stück ab, das auch nach mehrmaligem Hören an Attraktivität und Wirkung nichts verliert. Auf entspannte Art mitreißend, dennoch ausreichend emotional und einfach gut!

Entschleunigt, fast schon minimalistisch und durch repetitive Strukturen sehr einprägsam schließt sich „I Know (Reimagined)“ an. Der „Shades of Grey“-Feeling verbreitende Atmosphäre-Kracher trumpft mit dichtem Sound und der – nicht nur hier – angenehm auffallenden und unter die Haut gehenden Gesangsstimme Shakys auf.

Im Gegensatz dazu wirken „Unconditional Love“ und das rockigere „The Devil in Me“ eher tanzbar, gehen aber ebenso schnell ins Ohr wie ihre eher ruhigeren Mitstreiter.

Zu jenen gehört wiederum „Jolene“, dessen Fusion von vordergründigem Gesang und elektronischen Sounds erneut hervorragend aufgeht.

Sam Shaky (Copyright: Arsen Sarkisiants)

Mit „Leave Your Light on“ und „Marilou“ folgen zwei weitere temporeichere Titel, ehe es in „Save Me“ die volle Breitseite an Gefühlen auf die Ohren gibt; eine – wenn man es so nennen will – Electro-Ballade par excellence.

Dass Sam Shaky auch Kopfstimme beherrscht und seine Stimme entsprechend facettenreich einzusetzen weiß, stellt dann „Price for Paradise“ unter Beweis, ehe es mit „Where Are We Running“ – im Vergleich zu den restlichen Songs des Albums – experimenteller zugeht. Überraschend, aber überraschend gut.

Im Anschluss präsentiert Sam Shaky noch zwei „Reimagined“-Versionen der Songs „Don’t Play with the Devil“ und „Where Are We Running“. Obwohl beide Songs auf „Arctic Americana“ vorhanden sind, erschafft der Musiker gänzlich neue Varianten der Titel. Mal etwas bluesiger, mal noch reduzierter, mal rockiger und gitarrenlastiger – es bestätigt sich, was wir für das Album insgesamt festhalten können:

Fazit

Jeder einzelne Song auf „Arctic Americana“ klingt anders und besitzt doch immer die gleiche starke Atmosphäre und Wirkung. Damit wird das Album zu keinem Zeitpunkt langweilig und lässt auch nach mehrmaligem Hören immer wieder Neues entdecken. Ob Shaky eher die Richtung des intensiven Dark Pop einschlägt oder sich mehr auf Alternative Rock-Nuancen konzentriert – das Album wirkt stets wie aus einem Guss. Von diesem Künstler darf man noch Großes erwarten.


Sam Shaky – Arctic Americana

Video

Tracklist

01 Downshifter
02 Don’t Play with the Devil
03 I Know (Reimagined)
04 Unconditional Love
05 The Devil in Me
06 Jolene
07 Leave Your Light on
08 Marilou
09 Save Me
10 Price for Paradise
11 Where Are We Running
12 Don’t Play with the Devil (Reimagined)
13 Where Are We Running (Reimagined)

Details

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Label: Eigenproduktion
Vö-Termin: 16.09.2022
Spielzeit: 49:10

Copyright Cover: Sam Shaky



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde