Review

Zwei Jahre nach ihrem letzten Longplayer „The Great War“ setzen Sabaton ihre musikalische Geschichtsstunde über den Ersten Weltkrieg (1914-18) fort.

„The War To End All Wars“ – so der Titel ihrer aktuellen Veröffentlichung – schildert in elf Tracks weitere Kapitel dieser schrecklichen Jahre.

Über die Songs

Eingerahmt wird das Ganze durch die Stücke „Sarajevo“ und „Versailles“, die bekanntermaßen Beginn und Ende des Ersten Weltkriegs markieren. In beiden Tracks werden die historischen Ereignisse in den Strophen gesprochen vermittelt. Einzig die Refrains werden intoniert, wodurch zwar die Thematik intensiviert wird, beide Stücke dadurch aber als überlanges Intro bzw. Outro wirken.

Sämtliche andere Titel des Albums bilden dann typische Sabaton-Kost, was in diesem Fall ausnahmslos positiv zu verstehen ist. So wechseln sich schnellere Metal-Granaten wie „Stormtroopers“, „The Unkillable Soldier“ oder „The Valley Of Death“ mit Midtempo-Nummern („Dreadnought“, „Race Of The Sea“) ab.

Darüber hinaus bildet „Christmas Truce“ ein echtes Highlight des Albums, da man Sabaton hier von einer – bisher unbekannten – ruhigen, sehr intensiven Seite erlebt. Der getragene Piano-dominierte Song wird mit Sicherheit seine emotionale Wirkung bei der Hörerschaft nicht verfehlen.

Allen Songs ist abermals eine große Eingängigkeit (vor allem in den Refrains) gemeinsam. Mehrstimmigkeit ist hier obligatorisch, wird aber auch variiert. „Hellfighters“ mit seinem Männerchor im Refrain lässt diesbezüglich aufhorchen.
Der Einsatz von passenden Samples (Meeresrauschen, Schüsse, Kampflärm etc.) verleiht den Liedern zusätzliche Authentizität.

Zwischenfazit

Sabaton wissen ihre in den letzten Jahren entwickelten musikalischen und songwriterischen Stärken auf „The War To End All Wars“ wieder einmal zu nutzen. So findet man auch auf ihrem neusten Output keinerlei Ausfall. Die Hooklines sämtlicher Songs sind perfekt, sodass Hörer:innen und Fans genau das bekommen, was sie von einem Sabaton-Album erwarten.

Sabaton (Copyright: Tim Tronckoe)

Joakim Brodéns markante Stimme mit dem rollenden „R“ vermittelt die historischen Episoden auf einzigartige Art und Weise.

Der eine oder andere längere Instrumentalpart, beispielsweise in „Sarajevo“, ist hervorragend interpretiert und unterstreicht den Charakter des Songs zusätzlich.

Wie bereits das letzte Album „The Great War“ gibt es „The War To End All Wars“ auch in einer „History Edition“, bei der den Songs für Geschichtsinteressierte einleitende Worte vorangestellt sind. Ein schönes Special!

Fazit

Sabaton punkten mit „The War To End All Wars“ somit auf ganzer Linie und erfüllen sämtliche Erwartungen. Nach Hammerfalls dieser Tage erschienenem „Hammer Of Dawn“ hat Schweden damit bereits ein zweites heißes Eisen für das „Album des Jahres“ im Feuer.

Dass gerade in den Tagen der Veröffentlichung des Albums Fragen wie „What is the price of peace? Will this war bring another war?“ (aus dem Text von „Versailles“) wieder verstärkt unsere Gedanken beherrschen, zeigt, wie wenig wir mitunter aus den Konflikten der Vergangenheit gelernt haben. Vielleicht schaffen es Sabaton auf ihre Weise, das eine oder andere zu hinterfragen und die richtigen Lehren daraus zu ziehen.


Sabaton – The War to End All Wars (History Edition)

Video

Tracklist

01 Sarajevo (History Edition)
02 Stormtroopers (History Edition)
03 Dreadnought (History Edition)
04 The Unkillable Soldier (History Edition)
05 Soldier of Heaven (History Edition)
06 Hellfighters (History Edition)
07 Race to the Sea (History Edition)
08 Lady of the Dark (History Edition)
09 The Valley of Death (History Edition)
10 Christmas Truce (History Edition)
11 Versailles (History Edition)

Details

Sabaton – Homepage | Sabaton – Facebook | Sabaton – Twitter

Label: Nuclear Blast
Vö-Termin: 04.03.2022
Spielzeit: 48:33

Copright Cover: Nuclear Blast



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde