Review

9. Metallische Geschichtsstunde

Mit „The Great War“ haben Sabaton mittlerweile Album Nummer 9 am Start.

Knapp 3 Jahre haben sich die Schweden für den Nachfolger von „The Last Stand“ Zeit gelassen. Herausgekommen ist kein Konzept-, sondern vielmehr ein Themenalbum. Dieses Mal stehen die Geschehnisse des Ersten Weltkriegs (1914-18) im Mittelpunkt der metallischen Geschichtsstunde.

Thematisch setzt man sich unter anderem mit dem Einsatz der ersten Panzer und der Schlacht um Verdun auseinander und porträtiert historische Persönlichkeiten wie T. E. Lawrence (bekannt als Lawrence von Arabien) oder Manfred von Richthofen, genannt der Rote Baron.

Eingängiger Power Metal sabatonischer Prägung

Die Themen werden auf bekannte Weise in eingängiger Power Metal-Manier sabatonischer Prägung präsentiert.
Sämtliche Songs sind ausgesprochen catchy und gehen damit umgehend ins Ohr. Hier ragen insbesondere „Devil Dogs“ und „Fields of Verdun“ positiv heraus.

Etwas düsterer und mit diversen elektronischen Effekten im Sound wird „The Attack of the Dead Men“ inszeniert. In „The Red Baron“ sticht die Hammond-Orgel als sehr präsent heraus. Ob passend oder eher nervend, muss letztendlich aber jeder für sich selbst entscheiden.

Besonders auffällig sind auf „The Great War“ die vielen und bombastischen Chor-Arrangements. Bereits bei „Devil Dogs“ und „Great War“ sind diese sehr auffällig. In „The End of the War to End All Wars“ dominiert der opulente Chor-Gesang den Song jedoch komplett, da auch ganze Passagen ausschließlich von diesem gesungen werden. Insgesamt bekommen die Titel durch die chorale Unterstützung eine größere Epik.

Zum Schluss warten Sabaton dann noch mit einer Überraschung auf. „In Flanders Fields“ ist die choralartige Umsetzung eines Gedichts, das der kanadische Offizier John McCrae 1915 während des Krieges schrieb. Es dient quasi als Outro des Albums.

Fazit

Mit „The Great War“ liefern Sabaton genau das ab, was die Fans erwarten.

Sabaton (Copyright: Tallee Savage)

Der Keyboard-dominierte Gute-Laune-Metal ist nun einmal das Markenzeichen der Schweden. Ob er hier angesichts der Thematik immer passend ist, steht auf einem anderen Blatt. Neue Hörerschaften werden sich Sabaton mit „The Great War“ somit nicht erschließen.

Nichtsdestotrotz nimmt sich die Band den Weltkriegsgeschehnissen mit dem nötigen Respekt an. Das Ergebnis sind elf gut ins Ohr gehende Tracks, die den unverwechselbaren und bekannten Sabaton-Sound offerieren.

Bei den Arrangements wartet man mit mehr Bombast als auf den letzten Veröffentlichungen auf. Wenngleich sämtliche Hooks perfekt dargeboten werden, würde der Band ein wenig mehr musikalische Abwechslung inzwischen aber auch guttun.

>History Edition<

Für diejenigen Hörer, die besonders an den historischen Hintergründen der einzelnen Songs interessiert sind, empfiehlt sich „The Great War“ als „History Edition“. Bei dieser werden jedem Song einleitende Worte vorangestellt, die den geschichtlichen Kontext näher erläutern. So ergibt sich ein viel unmittelbarer Bezug zu den einzelnen Liedern und steigert deren Intensität.

Trailer

Video

Tracklist

01 The Future of Warfare
02. Seven Pillars of Wisdom
03 82 nd All the Way
04 The Attack of the Dead Men
05 Devil Dogs
06 The Red Baron
07 Great War
08 A Ghost in the Trenches
09 Fields of Verdun
10 The End of the War to End All Wars
11 In Flanders Fields

Details

Sabaton – Homepage | Sabaton – Facebook | Sabaton – Twitter

Label: Nuclear Blast
Vö-Termin: 19.07.2019
Spielzeit: 38:28

Copright Cover: Nuclear Blast



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde