Review

Mit „Various Worlds in a Broken Mirror“ bringen Rundown Robot all ihre Sound-Elemente unter den Hut des Alternative Rocks. Vierzig Minuten lang darf man sich dynamischer Riffs und Rhythmen erfreuen, bei denen es Laune macht die Lautstärke höher zu stellen.

Von dieser allzu guten Laune ist jedoch erst einmal nichts zu erahnen, sobald „6EQUJ5“ die Platte einleitet; vielmehr geht es in Richtung drückender Atmosphäre. Aber dann wird man mit den geradlinigen Gitarren von „Daydream“ begrüßt, welcher auch direkt die Offenheit der Band aus Göppingen zeigt.

Doch bereits mit dem dritten Titel stolpert man über eine der allgegenwärtigen Schwächen auf „Various Worlds in a Broken Mirror“. Der Song „Welcome To The Space Party“ sollte die Hörer eigentlich auf und ab springen lassen, aber der gesamte Sound bekommt viel zu wenig Druck, um so richtig zu zünden. Dabei ist die allgemeine Idee des Arrangements gar nicht so verkehrt.

Ähnlich verhält es sich mit dem Gesang. Es ist nicht so, dass man hier keine gute Performance liefert, allerdings erscheinen die ganzen Variationen des Stils sehr erzwungen und folgen weniger dem Flow der Titel. Abwechslung ist gut, aber nicht, wenn nicht das nötige Selbstvertrauen dahintersteckt, auch mal ein bisschen was zu wagen.

Nach dem leicht vom Hardrock angehauchten „Easy To Stand – Hard To Walk“ beginnt die Hälfte des Albums, in der Rundown Robot beweisen, dass sie durchaus in der Lage sind, empfängliche Songs mit Intentionen zu fabrizieren. „Lonely Night“ hat beispielsweise eine super Struktur und knallt dank der Energie auch ordentlich rein. Und obwohl die stete Präsenz eines Wah-Wah Riffs viele Songs prägt, kann auch „Isengrims Dynasty“ zum großen Teil überzeugen.

Durch „Unforgotten Times“ kommt dann die große Frage auf, warum sich Rundown Robot eine ganze Albumhälfte haben bitten lassen, einen catchigen und abwechslungsreichen Song zu kreieren. Hier passt ein Stein auf den anderen und sogar der Refrain geht gut ins Ohr.

Rundown Robot (Copyright: Rundown Robot)

Rundown Robot (Copyright: Rundown Robot)

Oft schwebt die Idee auf „Varions Worlds in a Broken Mirror“ in der Luft, aber es fehlt an der entsprechenden Umsetzung. Lieber bedient man sich dann bewährter Elemente, statt auch mal über die eigenen Grenzen hinaus zu schauen.

Zugegeben, nach weiteren Durchgängen der Platte ist schon einiges Ansprechendes dabei, von daher kann man hier nicht von einem halbherzigen Anlauf sprechen. Es bedarf aber an sich noch einiger Feinheiten, damit der Sound von Rundown Robot so richtig in die Tiefen der Gehörgänge eindringt. Musikalisch gibt es jedoch genug Möglichkeiten, dies in Zukunft unter Beweis zu stellen. Bis es so weit ist, darf man hier aber gerne mal ein Ohr riskieren.

Video

Trackliste

01 6EQUJ5
02 Daydream
03 Welcome to the Space Party
04 Storming of the Bastille
05 Tempus Fugit
06 Easy to Stand – Hard to Walk
07 Lonely Night
08 Isengrims Dynasty
09 Unforgotten Times
10 The Meaning of Almost Lost Memories
11 Transmigration

Details

Rundown Robot – Homepage
Rundown Robot – Facebook

Label: Eigenvertrieb
Vö-Termin: 23.04.2016
Spielzeit: 40:00

Copyright Cover: Rundown Robot



Über den Autor

Christopher