Review

Es ist Doom, es ist psychedelisch, es ist Ruby The Hatchet, eine Band aus Philadelphia, die – ungewöhnlich für dieses Genre (jedenfalls für mich) – eine Frau am Mikro hat, nämlich Jillian Taylor. Überraschenderweise passt dieser bekiffte Amy Winehouse-Gesangsstil, den sie hier teilweise zum Besten gibt, jedoch wie die berühmte Faust aufs Auge respektive Album namens „Valley Of The Snake“, das die fünfköpfige amerikanische Band ihren Hörern als nächsten Streich bietet.

Schon mit dem Opener „Heavy Blanket“ wird man standesgemäß schleppend, atmosphärisch und eben äußerst psychedelisch empfangen. Der Titel lebt durch seine Wiederholungen, weist darüber hinaus aber trotzdem eine gewisse Melodiosität auf. Chillig und verhältnismäßig groovy beginnt die Reise, auf die uns Ruby The Hatchet hier einladen und der wir neugierig immer weiter folgen.

Auch mit den weiteren Songs hört man sich mehr und mehr in die Scheibe „Valley Of The Snake“ ein, doch ehe der Hörer den Punkt erreicht, vom Album komplett geflasht zu werden (oder aber der – Achtung Klischee! – Joint zu wirken beginnt), ist es auch schon vorbei, denn lediglich sechs Songs haben ihren Platz auf dem Silberling gefunden.
Dass dennoch eine solide Spielzeit von knapp 40 Minuten geboten wird, spricht genau dann für den Rundling, wenn diese Zeit genutzt und nicht durch langweilige Kompositionen gefüllt wird. Dies gelingt Ruby The Hatchet allerdings ganz gut. Obwohl das Tempo eines jeden Songs mäßig ist und sich ebenfalls die Songaufbauten ähneln, klingt „Valley Of The Snake“ doch insgesamt abwechslungsreich.

Ruby The Hatchet (Copyright: Ruby The Hatchet)

Ruby The Hatchet (Copyright: Ruby The Hatchet)

Dazu tragen auch vereinzelt eingebrachte instrumentale Highlights bei, wie beispielsweise die folkartig gespielte Gitarre zu Beginn von „Tomorrow Never Comes“. Ein Schachzug, der dem Titel Potenzial für Entwicklungen gibt, welche anschließend auch von Ruby The Hatchet wahrgenommen werden, indem unter anderem das Riffing wieder doomiger und verzerrter und die Stimmung bedrückender und melancholischer wird.

Sicher, man muss die Art von Musik, wie Ruby The Hatchet sie hier zelebrieren und präsentieren, schon mögen, um mit ihrer Platte „Valley Of The Snake“ warm zu werden. Die breite Masse wird sie nicht ansprechen. Hat man aber ein wenig für Psychedelic Rock und Doom Metal übrig, so sollte man in das Minialbum durchaus mal reinhören.

Tracklist

01 Heavy Blanket
02 Vast Acid
03 Tomorrow Never Comes
04 The Unholy Behemoth
05 Demons
06 Valley Of The Snake

Details

Ruby The Hatchet – Homepage
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Label: Tee Pee Records
Vö-Termin: 27.02.2015
Spielzeit: 40:10

Copyright Cover: Tee Pee Records



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde