Review

Rezet, die vier Jungs aus Deutschlands hohem Norden, veröffentlichten das nunmehr vierte Album in ihrer fünfzehnjährigen Karriere und müssen sich damit wahrlich nicht vor den „Großen“ der Szene verstecken.

Mit „Deal With It!“ haben sie ein gereifteres Stück abgeliefert, das nicht mehr nur Genre-Klischees bedient, sondern vor allem sozialkritischer wirkt. Besonders mit dem Song „Dead Or White“ wollen sie klar Position beziehen.

Die Thrash-Metaller verstehen es, sich hier insgesamt genretechnisch freizuschwimmen und weitere Einflüsse zu verarbeiten.

Die Songs

Der erste Track „Behind Glass“ eröffnet „Deal With It!“ mit einem klassischen Gitarrenriff, das nicht nur elegant wirkt, sondern durchaus eine gewisse Düsternis betont.

„Treatmill To Hell“, der albumgebende Titel und „No Plan B“ zeigen die Vielfältigkeit der Schleswig-Holsteiner. Nicht nur stimmlich sind diese Titel auf einem guten Niveau, sondern auch die musikalischen Parts lassen von sich reden. Die verschiedenartigen Ansätze in den Gitarrensoli sprechen nicht mehr von einem gewöhnlichen Thrash-Groove, sondern zeigen die Offenheit des Quartetts auf, das es gegenüber alternativen Melodiken an den Tag zu legen scheint.

Klassische Thrash-Sounds sind trotzdem zu vernehmen, besonders bei Titeln wie „Thunder Raiders“, „MDPV“ und „Spiral Down“. Allerdings fließt auch hier eine gute Prise Speed-Metal mit ein, was den Songs den nötigen Pfiff verleiht.

Rezet (Copyright: Rezet)

Mit „Alone“ beweisen die vier Nordmänner, dass sie auch sanftere Töne anschlagen können, und legen mit diesem Stück eine Ballade der besonderen Art hin.
Eine Parallele zu Bands der Grunge-Ära lässt sich dabei nicht von der Hand weisen.
Die Melodiefolge ist fein aufeinander abgestimmt und gibt dem Zuhörer das Gefühl, noch tiefer in das Album eintauchen zu wollen.

Fazit

Insgesamt wirkt dieses Album mit seinen elf Tracks sehr eingängig.

Abschließend bleibt zu sagen, dass das eigentliche Genre sehr wohl von weiteren Einflüssen profitieren kann. Hier wurde es auf ein meisterhaftes Level gepusht.

Präzise Riffs gepaart mit anspruchsvollen Soli beeindrucken sicherlich nicht nur eingefleischte Metalheads, sondern sollten ein Zugewinn für Nicht-Metaller sein. Dieses Album ist in vielerlei Hinsicht eine Freude.

Preview

Video

Tracklist

01 Behind Glass
02 Treadmill To Hell
03 Deal With It!
04 No Plan B
05 Thunder Raiders
06 Alone
07 Chaos In My Mind
08 MDPV
09 Dead Or White
10 Spiral Down
11 Pile Of Shards

Details

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Label: Metalville / Rough Trade
Vö-Termin: 22.02.2019
Spielzeit: 42:01

Copyright Cover: Metalville



Über den Autor

Daggy
Daggy
Es war einmal...vor langer Zeit..., ein Mädel aus Bayern, das den Sprung von einer katholischen Klosterschule schaffte und ans andere Ende Deutschlands reiste. Dort absolvierte sie als eine der ersten Frauen ihren Dienst bei der Marine. Von dort aus führte ihr Weg zu ihrem jetzigen Job, der sie seither rund um die Welt führt. So lebte sie bisher in den USA (Atlanta), Berlin (ohnehin ihre Wahlheimat), Indien (Mumbai) und derzeit China (Peking). Dabei ist das Reisen, als auch das Fotografieren ein wesentlicher Teil von ihr. Das Ganze wird untermalt von ihren "exzessiven" Konzert- und Festivalbesuchen, denn Musik öffnet überall auf der Welt Tür und Tor.