Review

Das Album „Alpha“ von Reysswolf wird von einem gleichnamigen Intro eröffnet, welches den Zweck hat, den Hörer ein wenig auf das Kommende einzustimmen und die richtige Atmosphäre zu schaffen. Dies gelingt sehr gut, da die Band langsam und melodisch startet und im Verlauf immer mehr rockige Elemente einfließen lässt.

Nahtlos geht es im Anschluss mit „Der Dorn“ weiter. Diese Nummer ist relativ schnell, besitzt aber dennoch eine schöne Melodie.
Die Kombination aus zeitgemäßem Hardrock und mittelalterlichen Klängen, die vor allem durch einen Dudelsack verursacht werden, kommt wirklich gut. Lediglich der Gesang stört ein kleines bisschen. Dieser ist zum einen zu sehr in den Hintergrund gedrängt und zum anderen insbesondere im Refrain zu sehr auf Aggression ausgerichtet.

„Ich will Blut“ ist vom Aufbau her eine Spur härter, wurde aber nicht optimal abgemischt, da insbesondere die harten Gitarren ziemlich verwaschen ertönen. Ein stimmiges Dudelsacksolo macht zwar prinzipiell Spaß, aber auch dieses Instrument fällt zu dumpf aus. Der Gesang ist bei diesem Track allerdings erneut das Hauptproblem. Sämtliche Punkte, die schon bei „Der Dorn“ aufgefallen sind, treffen auch hier zu, zusätzlich haben Reysswolf ein wenig mit Hall experimentiert, was überhaupt nicht zu diesem Titel passt.

Reysswolf (Copyright: Reysswolf)

Reysswolf (Copyright: Reysswolf)

„Wunden“ wird einen Tick klarer angelegt, was schon einmal gut ist. Auch der Gesang wirkt viel besser bei diesem Titel, da dieser nicht mit Gewalt auf brutal getrimmt wurde. Die raue Stimme des Sängers kommt auch ohne krampfhaftes Brüllen nicht schlecht. Jedoch tritt auch bei „Wunden“ vor allem in den Momenten, in denen viele Instrumente zu hören sind, das Problem auf, dass der Titel sehr dumpf klingt.

Mit „Wolfstraum“ endet diese Platte auch schon wieder. Leider treffen auch bei diesem Titel die bereits angesprochenen Probleme zu, sodass kein wirklicher Hörgenuss aufkommen kann.

Abschließend bleibt zu sagen, dass Reysswolf auf jeden Fall eine Menge Potenzial haben. Die Songs sind sehr gut geschrieben und es wird eine Menge Abwechslung geboten. Auch ihre Instrumente beherrscht die Band extrem gut. Der Sänger sollte sich lediglich abgewöhnen, mit Gewalt richtig böse klingen zu wollen, wenn es ein wenig härter wird, da seine Stimme ohnehin schon sehr rau und in den meisten Fällen passend ist.

Leider wurde bei der Produktion dieser Scheibe zu sehr gespart, was dazu führt, dass sich das Endergebnis nicht gut anhört. Dieser Umstand sorgt natürlich für Punktabzug. Wäre diesbezüglich nicht geschlampt worden, würde es sich bei „Alpha“ um eine gelungene Scheibe handeln. Leider reicht es aber unter den gegebenen Umständen nur zum Mittelmaß.

Tracklist

01 Alpha
02 Der Dorn
03 Die wilde Jagd
04 Ich will Blut
05 Der Vagant
06 Feuerkind
07 Vargtimmen
08 Wunden
09 Am Leben
10 Narrenfrei
11 Wolfstraum

Details

Reysswolf – Homepage
Reysswolf – Facebook

Label: Timezone Records
Vö-Termin: 03.10.2014
Spielzeit: 43:50

Copyright Cover: Timezone Records



Über den Autor

Stefan †
Stefan †
Die Lücke, die Stefan als Magazinmitbegründer, Administrator, Redakteur und Freund durch seinen plötzlichen und viel zu frühen Tod im Dezember 2014 hinterlässt, bleibt groß. Er wird immer in unseren Herzen und ein Teil des DeepGround Magazines bleiben.