Review

2013 kamen Revocation mit ihrer selftitled Platte um die Ecke und haben alles niedergemäht. Sie hatten alles: Extreme Metalsounds, starke Songs, catchy Riffs und einfach Spielfreude. Ich habe diese Platte verschlungen und konnte nicht aufhören, sie zu hören.
Nun haben wir 2014 und Revocation sind schon wieder mit einem neuen Album am Start. „Deathless“ heißt das neue Meisterstück der drei Langhaarigen und des sympathischen Kurzhaarschnitt-Trägers.
Weil David und seine Jungs vor Kurzem bei Metal Blade untergekommen sind, ist dieser Release natürlich um einiges größer aufgezogen worden. Können wir damit erneut ein Death Metal-Fest der Extraklasse erwarten?

Ehrlich gesagt bin ich nach dem ersten Durchlauf sehr ernüchtert. Augenscheinlich fehlt es an guten Songstrukturen, vielen Variationen und innovativen Songs. Gleichermaßen kommen weder Energie noch Power rüber. Die Band ist zwar stark und beherrscht ihre Instrumente, aber die Jungs wirken nicht. Gerade der Hang zum Unkonventionellen machte die Band bisher aus. Die Riffs der älteren Platten waren teilweise sehr merkwürdig und passten nicht in die harte Metal-Schiene, aber sie funktionierten perfekt. Ihr Aushängeschild wurde somit an den Nagel gehangen. Alles klingt so nüchtern und vorhersehbar. Der Titeltrack hat sich nach mehrmaligem Hören zwar eingebrannt, geht aber als durchschnittlicher Song durch. Vielleicht kommt es nicht von ungefähr, aber beim Song „Madness Opus“ habe ich mich sehr an ihre Labelkollegen The Black Dahlia Murder erinnert gefühlt. Nichtsdestotrotz groovt „Madness Opus“ und gehört eindeutig zu den besseren Songs der Platte, da er doch ein gewisses Maß an Variation mit sich bringt.

Man kann nicht bestreiten, dass Revocation für guten und modernen Death Metal stehen.
Die Produktion passt zur Musik. Modern und ziemlich fett kracht „Deathless“ aus den Speakern. Das Schlagzeug klingt natürlich und kräftig, alle anderen Instrumente ebenso.
Wir wissen, dass David ein großartiger Gitarrist ist, der auch Lehrstunden erteilt. Sein dazugehöriger Gesang in Form von Screams und Growls passt ebenfalls zur Musik. Ab und an könnte es vielleicht ein wenig variabler sein, um die eine oder andere Überraschung an den Tag zu legen.

Immer wieder klasse sind die gelegentlichen Rock-Einlagen, die super in die Songstrukturen einfließen und die Titel etwas aufbrechen.
„United Helotry“ öffnet sich ab der Mitte noch mal ordentlich. Anfänglich ein ziemlicher Brecher, wird er danach zur melodischen Walze mit Space-Gesang! Das ist eine richtig gute Nummer, die so gerne öfter hätte vorkommen können.

Zum Ende hin nimmt „Deathless“ allgemein noch einmal ordentlich Fahrt auf. Kurz vor Schluss kommt „Witch Trails“ um die Ecke und bildet damit den Abschluss ihrer neuen Veröffentlichung. Warum kommt dieser Track erst zum Schluss? Der Song ist grandios und so facettenreich. Man könnte fast sagen, dass sie zum Ende noch einmal die Kurve bekommen haben.
Okay, das Ende ist noch nicht unbedingt erreicht, denn mit „Sworn to the Black“ haben uns Revocation noch einen Bonustrack auf „Deathless“ gedrückt. Und warum ist das nur wieder ein Bonustrack? Er gehört zu einem der besten Songs und verschwindet wieder in den Hintergrund. Das fällt in letzter Zeit ziemlich häufig auf, dass sehr gute Songs als Bonus auf CDs gepresst und nicht in das Albumkonzept aufgenommen werden. Mir gefällt „Sworn to the Black“ richtig gut und ich kann nur jedem ans Herz legen, diesen unbedingt anzuhören.

Revocation (Copyright Jeremy Saffer)

Revocation (Copyright Jeremy Saffer)

Fällt es nur mir auf oder werden die Songs im Allgemeinen deutlich länger? Revocation spielen zum Großteil nicht unter vier Minuten. Mir als Freund der Langatmigkeit gefällt das, ich kann mir allerdings vorstellen, dass es dem einen oder anderen zu viel Song ist und so oft nach der Hälfte eines Tracks einfach geskippt wird.

Fazit: Tja, was soll ich sagen. Dieser Release wurde von vielen erwartet. Gerade in Bezug auf den Release über Metal Blade wurde das Ganze gehyped ohne Ende. Trailer zur neuen Platte, klasse Bilder und Videos wurden online gestellt, um dieser Band so viel Aufmerksamkeit, wie sie verdient hat, zu geben. War es das wert? Zum Teil, „Deathless“ ist eine gute und moderne Death Metal Scheibe, die sich nicht vor ihren großen Brüdern im Death Metal Sektor verstecken braucht. Mit ihrer Selftitled aus dem Jahre 2013 konnten Revocation allerdings mehr Staub aufwirbeln. Der Mix ist gut, die Instrumentenfraktion versteht ihr Handwerk, dennoch fehlen diese catchy Riffs und Parts, die Revocation ausmachen. Für Fans der modernen Gangart ist Revocation definitiv etwas. Alle anderen sollten sich eher das ältere Material mal genauer anhören.

Video

Tracklist

01 A Debt Owed to the Grave
02 Deathless
03 Labyrinth of Eyes
04 Madness Opus
05 Scorched Earth Policy
06 The Blackest Reaches
07 The Fix
08 United Helotry
09 Apex
10 Witch Trials
11 Sworn to the Black (Morbid Angel Cover / Bonustrack for vinyl and special edition)

Details

Revocation – Homepage
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R evocation – Twitter

Label: Metal Blade
Vö-Termin: 10.10.2014
Spielzeit: 52:35

Copyright Cover: Metal Blade



Über den Autor

Marcus
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