Review

Modernen Metal braucht das Land. Das müssen sich Revenge Division gedacht haben, denn mit „The New Generation“ zeigen sie uns ihre Interpretation einer modernen Metalband.
Man kann gar keine klare Richtung vorgeben, denn die Jungs machen, was sie wollen. Ob schwedischen Death Metal, Thrash Metal, Metalcore, Hardcore oder gar Heavy Metal, alles wird wild in einen Topf geworfen, um anschließend zu schauen, was dabei herauskommt. Kurzum: Der Kracher ist es nicht, aber lasst uns mal genauer hinschauen.

Im ersten Durchlauf erinnern viele Songs an Metalcore-Helden wie Caliban oder Neaera, nur mit noch mehr Melodie. Teils belanglos, teils aber auch sehr stimmig.

In „My Sweet Revenge“ herrscht die sehr prägnante Leadstimme der Gitarre vor. Hier wird sie auch gut eingesetzt; in anderen Songs schaffen Revenge Division das weniger überzeugend.

Was wir immer wieder vorfinden, sind unsere geliebten 0-7-8 Riffs. Ich dachte, die wären langsam ausgestorben, aber es scheint sich eine neue Welle anzubahnen. Revenge Division bilden hier keine Ausnahme. In „Oceania“ ist diese Riffvariante omnipräsent. Sie mündet zwar immer mal wieder in einen Hardcore-Part, nur dient dieser als Füllmasse. Daher kann man nicht unbedingt von einer Melodic Death Metal Platte sprechen. Metalcore ist eben doch noch etwas anderes.

Gelungen fallen die straighten Songs aus, die eingängig sind und nach dem zweiten Mal Hören schon im Kopf bleiben. Ebenfalls kommt in Songs wie „Satan s Bride“ ein gewisses Groove-Feeling auf, allerdings kann man die Jungs von Revenge Division leider nicht als Groovekiller bezeichnen, denn ständig kommen die ewig bekannten Tonabfolgen zum Tragen. Das vermiest oftmals das Hörvergnügen.

Eine interessante Komponente bildet der symphonische Teil der Songs. In „Satan s Bride“ gesellt sich ab der Mitte des Tracks Frauengesang hinzu, und zwar im Opernstil. Die Nummer nimmt dadurch richtig Fahrt auf und kann überzeugen. Vielleicht haben wir es doch mit einer Symphonic Death Metal Band zu tun?

Das bestätigt sich nicht, da Songs wie „Snake“ oder „Mediocracy“ verdeutlichen, dass Death enthalten sein muss.
„Snake“ erinnert zudem stark an die alten Black Dahlia-Alben, was unverhofft kommt, aber dennoch ziemlich geil klingt und mich sofort in meine Metalzeit ohne lange Haare und Bart zurückwirft. Selbst der Gesang klingt nach dem 18-jährigen Trevor.

Revenge Division (Copyright: Revenge Division)

Revenge Division (Copyright: Revenge Division)

Die Thrash-Nummer nimmt man Revenge Division nur selten ab. Zwar kommt die Komponente häufig vor, aber mehr schlecht als recht, da die diesbezüglichen Riffs keine wirklichen Brecher sind.

Positiv fällt hingegen der Gesang ins Gewicht, denn Fronter Jeremy liefert vom Growl und Hardcore Gesang bis hin zu Cleanvocals alles. Das bringt gewisse Variationen in die Songs und rettet diese des Öfteren.

Produktionstechnisch passt der Sound gut zu dem, was die Band abliefert. Ein bisschen rotzig, ein bisschen klinisch. Alles dabei.

Fazit: Revenge Division können mit „The New Generation“ leider nicht den wahrscheinlich erhofften Abriss starten. Viele Elemente sind enthalten und sie verdienen definitiv den Stempel „Moderner Death Metal“. Jedoch sind noch viele Punkte unrund und geben keinen Anlass zum Pflichtkauf.

Video

Trackliste

01 My Sweet Revenge
02 Oceania
03 Satan s Bride
04 Snake
05 In the Middle of Nowhere
06 For Rose Intermezzo
07 Mediocracy
08 Like a Dril
09 The Secret of Palms Sheets
10 The New Generation
12 The Emple of Sin

Details

Revenge Division – Homepage
Revenge Division – Facebook
Revenge Division – Twitter

Label: MetalGate Records
Vö-Termin: 13.11.2014
Spielzeit: 53:59

Copyright Cover: MetalGate Records



Über den Autor

Marcus
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