Review

Das Album „The Ring of Moon“ der tschechischen Black Metal Band Return to Innocence wird von einem episch arrangierten Intro namens „Screams II“ eröffnet. Dieses könnte auch wunderbar eine Pagan Scheibe einleiten. Fans von Drums werden das Schlagwerk in dieser kurzen Nummer mögen.

Nahtlos schließt sich dann „The Resigned World“ an, ein Song, der recht gemächlich startet, aber bereits nach kurzer Zeit eskaliert. Und ab diesem Zeitpunkt macht sich auch Enttäuschung beim Hörer breit, denn die wirklich gelungene Melodie, die dieser Nummer etwas Mystisches verliehen hat, wird von den Drums, die einfach nur möglichst schnell geprügelt werden, komplett übertönt. Ab dem Einsatz der Growls erkennt man schnell, dass es sich hier lediglich um ein weiteres Black Metal Album handelt, welches in der Masse der Veröffentlichungen untergehen wird, ohne größere Beachtung zu finden. Zwar gibt es hin und wieder Momente, an denen der durchaus gelungene Ansatz vom Start durchscheint, diese werden aber schnell und gnadenlos wieder zerstört.

Das folgende „Tristan’s Dream“ beginnt ebenfalls recht vielversprechend mit choral angelegtem Gesang. Abermals lassen es sich Return to Innocence allerdings nicht nehmen, diesen aufkeimenden positiven Eindruck binnen weniger Sekunden wieder zu killen. Bereits zu diesem Zeitpunkt macht sich neben der Enttäuschung auch Langeweile breit.

Return to Innocence (Copyright: Return to Innocence)

Return to Innocence (Copyright: Return to Innocence)

Auch der letzte Titel „The Ring of Moon“ lässt keine positive Beurteilung zu. Sämtliche Titel sind recht gleich aufgebaut und machen aufgrund des destruktiven Aufbaus wahrlich keinen Spaß.

Es ist in der Tat extrem frustrierend, sich diese Scheibe anzuhören, denn Return to Innocence starten bei wirklich jedem Song auf dieser Scheibe sehr vielversprechend. Anspruchsvolle Intros und intelligente, wohlklingende Melodien eröffnen jeden Track auf diesem Album. Spätestens wenn der Drummer wie das Tier aus der Muppet Show wild und unüberlegt auf die Felle prügelt und per 08/15 Growls die Lyrics vermittelt werden, ist es aber vorbei mit den spannenden Ansätzen. Die Melodien verschwinden gänzlich oder – was schlimmer ist – vermischen sich mit den anderen Elementen zu einem grausamen Soundbrei.

Normalerweise würde ich zumindest für die Ansätze ein wenig mit der Wertung hochgehen, aber wer diese guten Ideen so konsequent zerstört, wie er sie einsetzt, hat nichts anderes verdient, als abgestraft zu werden.

Das Fazit daher: Finger weg! Return to Innocence bieten auf „The Ring of Moon“ nichts anderes als frustrierenden, unausgereiften so called Black Metal, der keinerlei Freude bereitet.

Tracklist

01 Screams II
02 The Resigned World
03 Tristan’s Dream
04 Blood-related
05 Wasted Heart
06 (R)evolution
07 The Picture of Immortality
08 Dark Dimension
09 The Ring of Moon

Details

Return to Innocence – Homepage

Label: Metalgate
Vö-Termin: 2013
Spielzeit: 40:30

Copyright Cover: Metalgate



Über den Autor

Stefan †
Stefan †
Die Lücke, die Stefan als Magazinmitbegründer, Administrator, Redakteur und Freund durch seinen plötzlichen und viel zu frühen Tod im Dezember 2014 hinterlässt, bleibt groß. Er wird immer in unseren Herzen und ein Teil des DeepGround Magazines bleiben.