Review

Dass die Band Redeem aus der Schweiz mit „Awake“ bereits ihr drittes Album veröffentlicht, ist der Scheibe durchaus anzuhören. Hier sind Musiker am Werk, die wissen, worauf es ankommt, um ihre Hörer mit potenziellen Hits und Ohrwürmern zu versorgen. Entsprechend dicht und kraftvoll fällt der Sound aus und entsprechend melodisch und eingängig sind die insgesamt zwölf Songs. Stilistisch verschreibt sich das Trio einer Variante des Alternative Rock, die neben ihrer Radiotauglichkeit, häufig erzeugt durch pop-rockige Züge, zudem die eine oder andere härtere, an Metal grenzende Nuance mit ins Spiel bringt.

Für massentauglichen Alternative Rock nicht untypisch gibt sich die Produktion wie erwähnt sehr klar und druckvoll. Hin und wieder muss man allerdings mit Lautstärkeschwankungen von Titel zu Titel rechnen. So beginnt „Awake“ mit dem Opener „Insanity“ diesbezüglich scheinbar noch gebremst, nur um mit Folgesong „Chanson d’amour“ abrupt an Lautstärke aufzudrehen – ohne Zutun des Hörers. Auch im weiteren Verlauf scheinen einige Songs mit mal reduzierter, mal aufgedrehter Lautstärke aus den Boxen zu erschallen.

Mangelt es diesbezüglich noch an einem ausgewogenen Lautstärkeverhältnis, sparen Redeem vor allem in der Akustikversion des Titels „The Last Goodbye“ nicht an Hall, der dem Gesang mehr als reichlich verpasst wurde.
Eine an sich schöne balladeske Interpretation des eigentlich pop-rockigen Songs, die die Stimme zur Pianobegleitung in den Vordergrund stellt, jedoch in einer Version gefühlvoller gewesen wäre, die auf puren und nicht verhallten Gesang gesetzt hätte.

Damit aber genug der Kritik, denn abseits dieser beiden Punkte, überzeugen Redeem mit „Awake“ auf ganzer Linie.
Kompakte Spielzeiten der Songs sorgen für einen kurzweiligen und stets auf den Punkt gebrachten Hörgenuss, der einen schnellen Durchlauf des Albums garantiert. Die sich sofort ins Ohr setzenden Melodien fördern den Wunsch nach einem wiederholten Abspielen – und ein Langzeittest wird zeigen, dass „Awake“ auch nach dem x-ten Mal Hören nicht langweilig wird.

Redeem (Copyright: Redeem)

Redeem (Copyright: Redeem)

Aufgrund der Masse an umgehend zündenden Titeln ist es der Band zu verzeihen, dass sie hier beim Songwriting eher auf Nummer sicher geht und somit selten Überraschungen Raum gibt.
Zumindest im Bereich der Stimmungen einzelner Songs weiß man zu variieren, sodass auf treibende, dynamische Alternative-Rock-Nummern auch mal poppige, ruhigere oder gar melancholische Momente folgen.
Einen Exotenbonus bauen Redeem zusätzlich mit dem Track „La Luna“ ein, der an eine moderne Fassung von Songs einer Band wie Héroes del Silencio erinnert.

Nicht nur „La Luna“, sondern die Gesamtheit der Tracks auf „Awake“ klingt insgesamt sehr „international“. Es sollte Redeem daher nicht schwerfallen, auch außerhalb ihrer Heimat mit dem neuen Album auf sich aufmerksam zu machen.

Video

Tracklist

01 Insanity
02 Chanson d’amour
03 The Last Goodbye
04 Guilty
05 Awake
06 Beautiful Day
07 La Luna
08 The Riddle
09 Borderline
10 Alter Ego
11 No Judgement Day
12 The Last Goodbye (Acoustic Version)

Details

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Label: Fastball Music / Bob-Media
Vö-Termin: 23.09.2016
Spielzeit: 43:48

Copyright Cover: Fastball Music



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde