Review

„Hard Rock mit Kick-Ass Garantie“ – so wird das aktuelle Werk „Diggin‘ For Gold“ der Band Razzmattazz im Infoschreiben angekündigt. Die auf dem Album hörbare Energie und Spielfreude des Quartetts gibt dieser Aussage zunächst recht und spricht zudem dafür, es hier mit einer überzeugenden Liveband zu tun zu haben.

Wenn eine Band, deren unüberhörbare Stärke also ihre Spielfreude und sicherlich auch Livequalität ist, dann aber mit einer Ballade („Back To You“) erstmals für genaueres Hinhören sorgt, gibt einen dies jedoch zu denken.
Grund dafür ist die zumeist sehr (in Musik und Text) klischierte und insgesamt zu standardisierte Vorgehensweise, wie Razzmattazz ihren Hardrock an die Hörer bringen. Einzig mit den eher – und erstmals bei der Band anzutreffenden – balladesken Nummern bricht man aus den 08/15-Mustern, nach denen das Genre umgesetzt wird und die man bereits zur Genüge anderweitig gehört hat, aus.

Zwar genre-affin solide agierend, fehlt es „Diggin‘ For Gold“ insgesamt an Überraschungen und Highlights. Dadurch verkommt ein anfängliches intensives Hören der Titel nicht selten zur lediglich leidlichen Hintergrundbeschallung.

So gräbt die Hardrock-Truppe aus Reutlingen auf ihrem dritten Album „Diggin‘ For Gold“ alles in allem tief, allerdings stößt sie dabei nicht unbedingt auf das titelgemäß erhoffte Gold, sondern eher auf eine Kiste voller Genre-Klischees. Ob textlich oder musikalisch – die hier anzutreffenden Tracks strotzen vor Vorhersehbarkeit und Erwartbarem. Für Fans und Hardrock Freunde sicherlich ein Pluspunkt, werden Hörer, die auf der Suche nach kreativen Ideen innerhalb der bei Razzmattazz sehr eng gesteckten Stilgrenze sind, vermutlich sehr viel schneller Gold finden als Anreize, das Album ein weiteres Mal durchzuhören.

Razzmattazz (Copyright: Razzmattazz)

Zum repetitiven Konsum lädt auch der Gesang nicht ein, denn jener ist nicht nur häufig sehr gleichförmig, sondern durch die quäkend gepresste Stimme auf Albumlänge oftmals anstrengend. Während auf musikalischer Ebene zumindest mal mehr und mal weniger variiert wird, indem der Blues-Einfluss beispielsweise verstärkter fokussiert wird, versäumt man es gesanglich, ein Mµ an Abwechslung zu bieten.

Live mögen Razzmattazz die Bude sicherlich rocken, via der heimischen Musikanlage wird ihnen dies nur bei eingefleischten Fans und traditionsbewussten Hardrock-Liebhabern gelingen. In der Masse an ähnlichen Bands gibt es definitiv interessantere Alternativen.

Video

Tracklist

01 Diggin‘ For Gold
02 Older Than Dirt
03 Bad Girls Good Loving
04 All Lights On Me
05 Holy Molly
06 City Of Dreams
07 Expect No Mercy
08 Back To You
09 Yes I Like It
10 Hole In The Wall
11 Like A Shot Of A Gun
12 That’s All I Want

Details

Razzmattazz – Homepage
Razzmattazz – Facebook

Label: Fastball Music / Soulfood
Vö-Termin: 24.02.2017
Spielzeit: 49:17

Copyright Cover: Fastball Music



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde