Review

RavenEye bestehen seit 2014 als Trio um den charismatischen Sänger und Gitarristen Oli Brown, der Unterstützung von Aaron Spiers (Bass und Keyboard) und Kev Hickman bzw. Adam Breeze (Schlagzeug) erhält. Sie haben sich schon auf diversen Festivals und mit verschiedenen Touren ein treues Stammpublikum erspielt und breiten mit ihrem ersten Longplayer „Nova“ nun ihre schwarzen Schwingen weit über die Grenzen des Grunge und Retrorock aus.

Während der Opener „Wanna Feel You“ doomig vor sich hin schrammelt und die gefällige Stimme Schwung in dunstige gefühlvolle Riffs und träge schwere Drums bringt, rockt der folgende Titel „Come With Me“ glasklar vorwärts. Temporeich zieht Oli Brown den Hörer immer tiefer in die abwechslungsreiche Welt von RavenEye, die im folgenden „Inside“ weiterhin kraftvoll und treibend sind, aber auch ein unbedingt mitzusummendes „uhuhu“ einbauen, das alles andere als deplatziert wirkt.

Auch die Hitkompositionen mit den unverzichtbaren verzerrten Stimmparts und spacigen Soundeinlagen wie „Hero“ sind stimmiger als von manchen Szenegrößen und vor einem Vergleich müssen sich die drei Briten überhaupt nicht scheuen, tourten sie doch schon u.a. mit The Darkness, Slash, Deep Purple und Halestorm.

Während sie im gleichen Atemzug mit Soundgarden oder Led Zeppelin erwähnt werden, behalten sie sich doch ihren ganz eigenen Stil. Mit diesem vollführen sie in „Supernova“ eine Gratwanderung zwischen epischer Ballade und radiotauglichem Rocksong, den man sich auch auf einem Festival wunderbar vorstellen kann.

Mit „Walls“ werden sie wieder düsterer, in der Stimme melancholischer, aber im Rhythmus vielschichtiger und behalten damit auch mit dieser kraftvollen Hardrockballade ihr Tempo bei – nur um mit „Oh My Love“ eben jenes zu reduzieren, um eine dichte Bluesatmosphäre zu schaffen und mit dem zerrenden Refrain „oh my love why don’t you want to come over?“ eine stimmliche Spannung aufzubauen, die sich mit getragenen Riffs und akzentuiertem Schlagzeug in Stonergefilde schraubt.

Raveneye (Copyright: Raveneye)

RavenEye (Copyright: RavenEye)

„Madeline“ und „Out Of The Rain“ rocken sich einem fulminanten Finale entgegen, das den geneigten Hörer mit der Weltklassenummer „Eternity“ ergreift und auch nach Verklingen der letzten Töne nicht mehr loslässt. Mit Gitarre und romantischem Klargesang schafft der Song erst eine Kerzenscheinatmosphäre, um dann mit einem Feuerwerk aus großartig intoniertem Gesang, herzschlaghämmernden Drums und auf den Punkt arrangierten Riffs zu explodieren. Mit hymnischen sechs Minuten ist das der längste Track des Albums und weist den Weg in die Rock Hall of Fame: the black birds are calling, forever is waiting for you!

„Nova“ macht Spaß, man dringt mit jedem Hören tiefer in die Songs ein und RavenEye schaffen es, sich trotz des Retro-Gewandes ohne Wiederholungen ein ganz neues Terrain zu erschließen.

Video

Tracklist

01 Wanna Feel You
02 Come With Me
03 Inside
04 Hero
05 Supernova
06 Walls
07 Oh My Love
08 Madeline
09 Hate
10 Out Of The Rain
11 Eternity

Details

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Label: Frontiers Music / Soulfood
Vö-Termin: 23.09.2016
Spielzeit 48:55

Copyright Cover: Frontiers Music



Über den Autor

Maria
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