Review

Rangleklods – nicht unbedingt ein einprägsamer Bandname, den sich das dänische Duo da gegeben hat. Dafür ist ihr Mix aus synthetischem Pop, Electronica und einem Hauch Indie umso catchiger.
Mit jedem Song kommt ein neuer trippiger Beat zum Vorschein, bei dem sich Rangleklods auch nicht davor scheuen, diesen irgendwie an die 80s oder 90s anzulehnen. Herausgekommen sind dennoch elf clubtaugliche Titel, die für die Ohren nicht allzu fremd wirken.

Dieses Prinzip greift auch direkt mit dem Einsteiger „Lost U“. Pumpende Beats und Kopfstimme empfangen den Hörer. Dieser Song verkörpert das verschwitzte Feeling im vernebelten Club, in dem man nur schemenhaft den Nächsten wahrnimmt. Und wir sind bei der Hook noch nicht mal angekommen, die auf Clap und Keyboard liegt. Ab da drehen Rangleklods den Sound erneut auf und animieren zur ausgelassenen Bewegung.

Gesanglich gibt es für die Spur Menschlichkeit sowohl weiblichen als auch männlichen Gesang. Dennoch pitchen Rangleklods diesen in Songs wie „Degeneration“. Dabei spielt es für die beiden keine Rolle, ob die Stimme nun unnormal hoch oder unverhältnismäßig tief erscheint. Zusammen mit verschiedenen Sample-Loops und der Kombination aus hoch und tief kommen ein paar wirklich gute Ohrwürmer als Refrain bei rum.

Wenn es vor allem eins ist, dann ist „Straitjacket“ ziemlich verwaschen. Es gibt Momente auf dieser Platte, bei denen man sich als Hörer fragen muss, in welchem Universum Rangleklods gerade abhängen. Was zum großen Teil das Album jedoch nicht negativ beeinflusst. Manchmal haut allerdings das Arrangement nicht ganz hin. Der Wechsel bei „Schoolgirls“ – von weichem Bass auf stark verzerrte Gitarren – bildet einen zu starken Kontrast zum Rest des Titels. Rangleklods zeigen aber, dass es auch anders geht, und zwar mit ihrem leichten 80s Einfluss. Die Melodie von „Forgive“ beispielsweise erinnert entfernt an den Song „Running Up That Hill“ von Kate Bush. Psychedelischer wird es wieder beim wabbeligen Synthi von „Dry Me Out“.

Ebenfalls fährt die Band stellenweise auch schwere Geschütze auf. Wie mit „Tricks“ und seinen groovigen Drums, aber der gleichzeitig drückenden Atmosphäre. Der Sound wird zwar energetischer, jedoch nicht allzu aggressiv für die Ohren. Noch eine Spur abgefahrener wird es mit dem Titeltrack „Straitjacket“. Dieser leichte Drum’n’Bass unter den zerhackten Samples, zusammen mit den experimentellen Versen reißt einen sofort wieder aus der Traumwelt in die Menge des Clubs.

Rangleklods (Copyright: Rangleklods)

Rangleklods (Copyright: Rangleklods)

Die einzige Stelle, bei der ich mich wirklich gefragt habe, ob sie wirklich notwendig war, ist „Warrior“. Ein eineinhalb minütiger Instrumentaltrack. Na gut, cooler Beat, doch warum singt da keiner drauf? Als Intro auch ganz nett, aber er leitet den darauf folgenden Song nicht ein. Man kann sich jetzt zwar auch über andere Dinge aufregen, aber es nimmt „Straitjacket“ kurz den Flow.

Abschließend macht „Straitjacket“ seinem Namen alle Ehre und lässt den Hörer für die nächste Zeit nicht los. Eine Platte, die den Pop zwar nur so versprüht, aber zu keiner Zeit ein monotones Soundmuster verfolgt. Zurückzuführen auf die verspielte Art und Weise, wie Rangleklods die Titel angehen. Diesen kommt der zugängliche Faktor zusätzlich noch zugute. Zwar schwebt man zwischen einer verträumten und arroganten Grundstimmung hin und her, aber diese Empfindungen machen den Charakter der Platte durchaus aus. Geeignet für eine breite Masse an Ohren, ohne den Fokus auf Abwechslung zu verlieren.

Video

Trackliste

01 Lost U
02 Schoolgirls
03 Broke
04 Degeneration
05 Forgive
06 Warrior
07 Dry Me Out
08 Tricks
09 Happy In The Gutter
10 Straitjacket
11 Nerves

Details

Rangleklods – Homepage
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Rangleklods – Twitter

Label: Tambourhinoceros
Vö-Termin: 22.05.2015
Spielzeit: 44:36

Copyright Cover: Tambourhinoceros



Über den Autor

Christopher