Review

Es gibt Bands, die sich so einiges zu ihrem Bandjubiläum einfallen lassen – und es gibt Rage.

Die Dinos der Heavy Metal-Szene bestehen nun schon 30 Jahre, blicken diesbezüglich auf viele Höhepunkte und einen umfangreichen Backkatalog zurück und feiern dies mit einer Veröffentlichung, die sich (mit satten 30 Tracks) rein quantitativ sehen lassen kann.
Der Inhalt hingegen dürfte aber eher etwas für Fans der ersten Stunde sein, denn das Doppelalbum „The Soundchaser Archives“ beinhaltet neben bisher unveröffentlichten Stücken zumeist Demo-Aufnahmen und Ideenfragmente, die nun doch noch zu Songs umgesetzt werden.
Wenig Neues also, dafür aber eine ganze Reihe Einblicke in die musikalische Geschichte des jetzigen Trios.

Und diese reichen bis weit in die Anfangszeit von Rage zurück.
So wimmelt es auf „The Soundchaser Archives“ vor Pilotgesangsaufnahmen, rauem Sound und Rohfassungen.

Für die A&R Abteilung einer Plattenfirma mögen die Demoversionen früher sicherlich interessant gewesen sein, nicht grundlos sind Rage schließlich bei der Labelgröße Nuclear Blast gelandet, hört man sich jedoch Bandklassiker wie „Nevermore“, „Full Moon“ oder „The Missing Link“ (um nur einige zu nennen) in ihrer finalen Version an, wer braucht dann noch die nicht gemixten und gemasterten Urfassungen?

Rage (Copyright: Rage)

Rage (Copyright: Rage)

Zugegeben, die „International Version“ von „Full Moon“ hat schon was, denn der als Remix angelegte Song, der die diversen zahlreichen Varianten des Titels neu zusammenstellt, klingt abwechslungsreich und in sich stimmig, zudem steht Peter „Peavy“ Wagner der fremdsprachliche Gesang, doch diese Art Schmankerl bilden (mit Ausnahme der bisher unveröffentlichten Songs) auf „The Soundchaser Archives“ doch eher die Ausnahme.

Bei einer derart erfolgreichen Band, wie Rage es ist, hätte man schon etwas ganz Besonderes zum 30-jährigen Jubiläum erwartet, waren sie doch in ihrer Bandgeschichte immer für eine Überraschung gut. Ob ein Auftritt beim „Bundesvision Songcontest“ im Jahre 2008, bei dem sie den dritten Platz für Nordrhein-Westfalen belegten, oder ein Liveauftritt auf jeder noch so kleinen Dorfkirmes – die Mannen um Sänger und Bassist Peavy machten vor nichts Halt. Umso ernüchternder die Tatsache, dass „The Soundchaser Archives“ nicht mehr zu bieten hat.

Fans werden damit vielleicht glücklich werden, alle anderen sollten weiter an ihren Alben mit den überarbeiteten Versionen festhalten und damit ihre eigene Rage-Jubiläumsparty beschallen.

Video

 

 

Tracklist CD 01

01 Anybody Home?
02 Mistery Trip
03 In Union
04 Long Hard Road
05 Full Moon (International Version)
06 Nevermore
07 French Bourrée
08 A Perfect Day
09 Enough Is Enough
10 Here Comes The Night
11 Spiritual Awakening
12 Lost in The Void
13 The Missing Link
14 Another Kind Of Madness
15 Down To The Bone

Tracklist CD 02

16 Speed Of Sound
17 Darkness Turns To Light
18 Death Is Alive
19 Gental Murders
20 From The Cradle To The Grave
21 Refuge
22 Fugue No. 5
23 Last Goodbye
24 Dirty Wings
25 The Pit And The Pendulum
26 Waterfalls
27 Heads Off
28 Assorted By Satan
29 Shame On You
30 Soundchaser Demo

Details

Rage – Homepage
Rage – Facebook

Label: Nuclear Blast
Vö-Datum: 23.05.2014
Spielzeit: 67:59 + 67:40 Minuten

Copyright Cover: Nuclear Blast



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde