Review

Die geringe Songanzahl von acht Tracks lässt schon erahnen, dass Rabia Sorda mit ihrem Output „Animales Salvajes“ eine EP für an harschem Electro interessierte Hörer an den Start bringen. Die geringe Spielzeit macht das Projekt um Hocico-Shouter Erk Aicrag aber durch Härte und sitzende Beats wieder wett.

Dabei wird man verblüfft feststellen, dass Rabia Sorda auf „Animales Salvajes“ äußerst ruppig und aggressiv vorgehen. Auf diese Weise pirscht man in hoher Geschwindigkeit und mit reichlich Wut durch die ersten vier Tracks namens „Obey Me! (Promises Of Monsters)“, „Die In Berlin“, „We’re Here To Win“ und „I’m Tragedy“, ehe man sich im Titeltrack durch gesprochene, spanische Vocals und minimaler elektronischer Instrumentierung zur Ruhe setzt bis drei Remix-Versionen des Titels „Die In Berlin“, an denen die befreundeten Projekte Hardwire, Larva und Unzyme beteiligt waren, den Abschluss der EP bilden.

Letztere überzeugen durch Abwechslungsreichtum und Clubtauglichkeit, allerdings sollte man schon ein Freund von Remixes sein, um sich an dieser Art Zugabe des Silberlings zu erfreuen.

Der Schwerpunkt von „Animales Salvajes“ liegt sicherlich auf dem eigenen Material Rabia Sordas. Mit nur vier neuen Tracks und durch das hohe Tempo der brachialen Songs fällt jenes aber sehr kurzweilig aus, selbst für eine EP. Ihre Mischung aus Electro, Post-Punk, New Wave und Industrial-Elementen wird in diesen Titeln – mit Ausnahme des Erzähltracks „Animales Salvajes“ – gelungen dargeboten, zusätzlich aber um eine bereits erwähnte aggressivere Note ergänzt. Die Eingängigkeit und Tanzbarkeit der Songs wird dennoch gewährleistet. So entpuppen sich gerade Titel wie „Obey Me! (Promises Of Monsters)“, „Die In Berlin“ und „I’m Tragedy“ als melodische Ohrwürmer, die einen unweigerlich auf die Tanzflächen der Clubs ziehen, während „We’re Here To Win“ als Kampfansage verstanden werden kann, die mit reichlich Drums, metallischen Gitarren und Gesang, wie man ihn von Core- und Nu-Metal-Bands kennt, daherkommt.

Rabia Sorda (Copyright: Rabia Sorda)

Rabia Sorda (Copyright: Rabia Sorda)

Titelsong „Animales Salvajes“ hat sicherlich etwas zu sagen, nur versteht man es ohne Spanischkenntnisse nicht. Da der Track auch musikalisch sehr minimalistisch ausgefallen ist und auf Wiederholungen und Monotonie setzt, nimmt der Song eher die Funktion eines Lückenfüllers ein.

Bleibt als Ausbeute eine EP mit vier hörenswerten Songs, einem Platzhalter und drei Remixes. Eingefleischte Fans werden sich „Animales Salvajes“ zwar sicherlich zu Recht zulegen, alle anderen warten besser auf ein vollwertiges Album mit zeitintensiverem Material.

Video

Tracklist

01 Obey Me! (Promises Of Monsters)
02 Die In Berlin
03 We’re Here To Win
04 I’m Tragedy
05 Animales Salvajes
06 Die In Berlin (remixed by Larva)
07 Die In Berlin (Chicos Fuertes Mix by Hardwire)
08 Die In Berlin (Unzyme’s Methanol Cocktail Mix)

Details

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Label: Out of Line
Vö-Termin: 28.11.2014
Spielzeit: 31:26

Copyright Cover: Out of Line



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde