Review

Nach dem Debütalbum „RAB 1“ folgt die Scheibe „RAB 2“. Die Namensgebung ist nicht sehr kreativ, ja, geradezu uninspiriert, davon bleibt die Musik von der Band R.A.B jedoch komplett unberührt, denn was die Stoner Rocker aus Frankreich mittels elf Songs an die Hörer transportieren, sprüht vor Ideenreichtum.

Basis ihres Sounds bilden die Markenzeichen des Stoner Rock. Recht tiefgestimmte Gitarren, scheppernde Drums, Blues-Grundtöne und eine gehörige Portion Groove zeichnen die Titel auf „RAB 2“ aus. Der Bass wird hingegen überraschend unauffällig integriert, von Basslastigkeit kann daher nur bedingt die Rede sein. Stattdessen durchziehen die Wechsel aus sanften und harten Passagen jammartige Parts (z.B. in „Feel Good“) sowie eine Tempo steigernde Punk ’n‘ Roll Attitüde im schönsten rotzigen fuck-off Gewand (z.B. in „Good Old Days“), womit R.A.B ihre Besonderheit und Abgrenzung zu anderen Genrebands zum Ausdruck bringen.

Der Songtitel „Feel Good“ könnte zudem Motto der gesamten Scheibe sein, denn R.A.B. verursachen trotz allem Rotz und Rock ’n‘ Roll ein Wohlfühlgefühl beim Hörer, das hauptsächlich durch den starken Groove-Charakter und die Lässigkeit in der Spielweise des Quintetts hervorgerufen wird. „Tonight We Dance“ ist dafür eins von einigen guten Beispielen, auch wenn vielen Hörern hier die Gitarren zu weit in den Hintergrund gemischt erscheinen könnten.

R.A.B (Copyright: R.A.B)

R.A.B (Copyright: R.A.B)

Auch der Gesang fügt sich harmonisch in das gefahrene musikalische Konzept von R.A.B ein. Es ist nicht unbedingt eine Meisterleistung, die stimmlich absolviert wird, der „angepisste“ Grundton, der mit den Vocals in den punkigen Passagen mitschwingt, die – wenn nötig – wärmer und melodischer ausfallende Stimme (beispielsweise im metallisch wirkenden „Pityfull Liars“) und der mehr gesprochene als gesungene Text in „The Genius Of The Crowd“ passen jedoch stets wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge und deuten den stimmlichen Facettenreichtum des Sängers an.

Dass R.A.B alles – einschließlich sich selbst – nicht so ernst nehmen, bringt „RAB 2“ zusätzliche Frische ein, sodass das Album auch nach mehrmaligem Hören noch interessant bleibt.

Wer im Stoner Rock auch mal einen Blick über den standardisierten Tellerrand wagt, wird mit R.A.B und ihrem „RAB 2“ bestens bedient.

Video

Tracklist

01 First Mate
02 Seventeen Virgin Girls
03 Gay Killer
04 Friend Of Mine
05 Feel Good
06 The Genius Of The Crowd
07 Pityfull Liars
08 Good Old Days
09 Tonight We Dance
10 New Dawn
11 My Own Grave

Details

R.A.B – Facebook

Label: Klonosphere Records
VÖ-Termin: 19.10.2015
Spielzeit: 42:52

Copyright Cover: Klonosphere Records



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde