Review

Nach „Extinction Level Event“ aus dem Jahr 2015 legen Pulse aus Österreich nun mit ihrem zweiten Studioalbum namens „Adjusting the Space“ nach.

Im Vorfeld kündeten bereits drei Singles, nämlich „Black Knight“, „We Won’t Come In Peace“ und „New Elastic Freak“, den neuen Hybriden aus Cyberpunk und Metal an. Zwischen diesen stilistisch gegensätzlichen, aber gut in Einklang gebrachten Extremen schöpft das Quartett viele weitere Möglichkeiten aus. Doch wie auch immer man ihr musikalisches Tun nun bezeichnen möchte, ob als Cyber Metal, Future Metal, Electro Metal oder Industrial Metal, Fakt ist, die auf dem Album enthaltenen Songs decken vom tanzbar-eingängigen Alternative Metal à la Gothminister über sphärische Instrumentalstücke bis hin zum energiegeladenen, härteren Industrial Metal vieles ab, was das electro-lastige Metal-Genre hergibt.

Cover- und Remixversion

Dafür präsentieren die Herren nicht nur eigene neue Stücke, sondern nehmen sich auch den NDW-Klassiker „Major Tom“ von Peter Schilling für eine Coverversion vor und holen zudem Keyboarder, DJ, Komponist, Remixkünstler und Produzent Zardonic (zuletzt mit eigenem Album „Become“ am Start) für eine Remixfassung ihres Titels „AlienAngel“ mit an Bord.

Beide Ideen überzeugen in ihrer Ausführung aber nur bedingt. Während die Coverversion von „Major Tom“ mehr Härte hätte vertragen können, insgesamt viel zu nah am Original bleibt, und man es so verpasst, dem Ganzen eine eigene Handschrift zu verleihen, hat man auch Zardonic schon einmal weitaus kreativer erlebt als es in seinem Remix von „AlienAngel“ der Fall ist.

Viel Instrumentales

So müssen also die verbliebenen eigenen Titel umso mehr punkten.

Erstaunlicherweise kommen davon viele ganz ohne Gesang aus. So bereits das Intro „X 31′ 26’43 Ny 109′ 430″W“, „Sounds und Signals“, das – wie der Name schon nahelegt – in den nächsten Track überleitende Sounds und einige Signale auf 49 Sekunden darbietet, Encounter“, das eher chilliger Meditations- oder Fahrstuhlmusik gleicht als dem angekündigten Cyber Metal, der damit stilbruchartig durchbrochen wird, oder auch das über 6-minütige „The Passage Entry“, das zwar einige nette Entwicklungen durchmacht, aber zu lang und (auf dieser Länge) zu spannungsarm ausfällt. 

Pulse (Copyright: Pulse)

Insgesamt ist festzustellen, dass „Adjusting the Space“ mit zunehmender Spielzeit (vor allem aber ab „Points of Nibiru“) schwächer wird. Weniger Tempo bedeutet bei Pulse scheinbar auch gleichzeitig weniger Eingängigkeit. Zusätzlich gehen dabei vermehrt eindeutig erkennbare Songstrukturen verloren, während stattdessen Soundexperimente dominieren. Das wird nicht jedem gefallen.

Fazit

Gut gemeint, ist nicht immer auch gut gemacht. So sorgen vor allem die eigentlich stimmungsvoll gedachten Instrumentalstücke für Störfaktoren im Hörfluss. Immer dann, wenn Pulse jedoch den Fokus auf eingängige Industrial Metal Songs legen, zeigen sie, dass sie ihr Handwerk verstehen und in diesem Genre durchaus ihre Daseinsberechtigung haben. Fans des futuristischen Cyber Metal sollten daher mal ein Ohr riskieren.

Video

Tracklist

01 X 31′ 26’43 Ny 109′ 430″W
02 We Won’t Come in Peace
03 Supersonic Trance Sphere
04 New Elastic Freak
05 Sounds and Signals
06 Adjusting the Space
07 Encounter
08 Star Light
09 Black Knight
10 Points of Nibiru
11 The Passage Entry
12 Major Tom
13 Alienangel (Zardonic Remix)

Details

Pulse – Homepage

Label: NRT-Records
Vö-Termin: 06.11.2020
Spielzeit: 55:21

Copyright Cover: NRT-Records



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde