Review

Die aus London stammende Band Primitai veröffentlicht mit „The Calling“ ein neues Album und frönt darauf abermals dem weiten Gefilde des Melodic Metal.

Das Fundament ihrer zehn neuen Songs bildet der klassische Heavy Metal, der in einem modernen Soundgewand daherkommt und dem teils progressive Züge verpasst wurden.

Gerade Letzteres hat zur Folge, dass die Titel Spielzeiten von fünf bis knapp sieben Minuten aufweisen. Derartige Songlängen lassen entsprechend Raum für ausgiebige Instrumentalparts, gleichzeitig besteht die Gefahr, dass die Hörer schnell abschweifen oder das Interesse verlieren.

Auch Primitai gelingt es nicht, den Konsumenten auf Albumlänge zu fesseln. Obwohl sich ihre Instrumentalpassagen gut hören lassen und davon abgesehen immer wieder schöne Melodien eingestreut werden (ab und zu wecken einzelne Songparts – allen voran durch den Gesang – sogar Assoziationen zu Bands wie Rage), wirken einige Titel so, als ob die Band lieber ausschweifend agiert, statt auf den Punkt zu kommen. Indem die Stücke zusätzlich sehr vollgepackt sind und immer etwas Neues passiert, verspielt das Quintett die Chance auf Eingängigkeit.

Somit bleibt die Eingängigkeit auf „The Calling“ also zu sehr auf der Strecke und auch die Songhighlights sind – trotz abwechslungsreicher Arrangements, bei denen gerne auch mal Streicher involviert werden – äußerst rar gesät. Im Ergebnis ist „The Calling“ dadurch nach dem Hören viel zu schnell wieder vergessen.

Primitai (Copyright: Primitai)

Mitnichten liegt dies jedoch am pauschal fehlenden Können. Insbesondere die exzellente Gitarrenarbeit muss diesbezüglich Erwähnung finden, kann sie doch kritiklos begeistern.

Zwar gut und professionell gemacht, gibt es auf „The Calling“ nichts, das das Album oder die Band nennenswert im Genre heraushebt. Darüber hinaus ist die Platte keine, die man sich für den kurzweiligen Hörgenuss zwischendurch auf den Player zieht; vielmehr eine, die man bewusst hört und für die man sich Zeit nimmt bzw. nehmen muss. Dank ihrer facettenreichen Interpretation des melodischen Metals eröffnen sich Primitai jedoch eine breite Hörerschaft, unter der sich der eine oder andere finden wird, der enthusiastisch die Zeit für „The Calling“ opfert.

Video

Tracklist

01 Possess Me
02 Demons Inside
03 Overdrive
04 Curse of Olympus
05 No Survivors
06 Memories Lost
07 Info the Light
08 Into the Dark
09 Tempest Returns
10 The Calling

Details

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Label: Dissonance ProductionsSoulfood
Vö-Termin: 25.05.2018
Spielzeit: 54:00

Copyright Cover: Dissonance Productions



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde