Review

Die Wölfe heulen wieder – und präsentieren dieser Tage ihr bereits sechstes Studioalbum namens „Blessed & Possessed“.

Der gleichnamige Titelsong eröffnet das Werk und entpuppt sich sofort als echter Kracher, ähnlich „Aman & Attack“ vom letzten Album. Die so Powerwolf-typischen Gitarrenläufe dominieren, das Power-Drumming macht ordentlich Druck und treibt den Song voran. Nach einer verhaltenen Bridge wird der Hörer gnadenlos von dem schnellen, eingängigen Refrain mitgerissen – Ohrwurm garantiert!

Mit „Dead Until Dark“ wird das Tempo dann sogar noch forciert. Es wird sicherlich nicht nur mir so gehen, dass man meint, eine schnellere Version von „Son Of A Wolf“ zu hören.

Das anschließende „Army Of The Night“ ist ein Stück mit absoluter Hit-Garantie. Dem akzentuierten mehrstimmigen Refrain wird sich nur schwerlich jemand entziehen können. Kleine symphonische Einsprengsel setzen dem Ganzen noch das Sahnehäubchen auf.

Auch die weiteren Songs des Albums – insgesamt elf an der Zahl – überzeugen durch ihre Eingängigkeit. Ob „Armata Strigoi“ mit seinem düster-folkigen Flair im Refrain, „Christ & Combat“ mit einer überraschenden Bridge oder das mit viel Orgelspiel versehene „Higher Than Heaven“ – Powerwolf verzichten auf sämtliche Schnörkel, spielen die Songs auf den Punkt und beweisen wiederholt ihr Händchen für Melodien, die dem Hörer bereits nach der ersten Umdrehung im Player nicht mehr aus dem Kopf wollen. „Sacramental Sister“ ist ein weiteres Beispiel hierfür – einfach gehalten, fast schon vorhersehbar und trotzdem ist man unweigerlich am Mitbangen.

Aus dem eben Gesagten könnte man aber auch eine leichte Kritik ableiten. Auf „Blessed & Possessed“ klingen Powerwolf wie auf ihren letzten Alben. Fast alle Songs hätten so oder ähnlich auch auf früheren Outputs der Band stehen können; ja, als Kenner und aufmerksamer Hörer der Diskografie der Wölfe meint man mitunter sogar auffällige Ähnlichkeiten mit älteren Songs festzustellen.

Powerwolf (Copyright: Manuela Meyer)

Powerwolf (Copyright: Manuela Meyer)

Aber mal ehrlich: Mich persönlich stört es nicht so sehr, dass beispielsweise „We Are The Wild“ stellenweise ein wenig nach „We Drink Your Blood“ klingt. Und genau diesen zwischenzeitlich – fast schon perfektionierten – typischen Powerwolf-Sound (inklusive Wolfsgeheul) wollen wir doch hören, denn sonst wäre es einfach nicht mehr Powerwolf.
Powerwolf haben ihr musikalisch-thematisches Korsett geschnürt und füllen dieses prächtig und seit Jahren auch erstklassig aus. Sie werden selber merken, wenn ihnen dieses irgendwann zu eng werden sollte.

Von daher erfüllt das neue Album alle gehegten Erwartungen der Hörerschaft und reiht sich qualitativ nahtlos in die Diskografie der Wölfe ein. Das Album macht wieder unheimlich viel Spaß beim Hören, punktet mit elf eingängigen, fast schon hitverdächtigen Songs, die vor Spielfreude und Energie nur so strotzen und auch wieder ein enormes Livepotenzial offenbaren. Aus diesem Grund gibt es die volle Punktzahl aus der DeepGround-Redaktion.

Video

Tracklist

01 Blessed & Possessed
02 Dead Until Dark
03 Army Of The Night
04 Armata Strigoi
05 We Are The Wild
06 Higher Than Heaven
07 Christ & Combat
08 Sanctus Dominus
09 Sacramental Sister
10 All You Can Bleed
11 Let There Be Night

Details

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Label: Napalm Records
Vö-Termin: 17.07.2015
Spielzeit: 45:48

Copyright Cover: Napalm Records



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde