Review

Drei Jahre nach ihrem ersten Release kommen Pord wieder an die Oberfläche mit ihrem im September erscheinenden Album „Wild“.
Darauf bieten die drei Franzosen Noise Rock mit einer gepflegten Portion Hardcore, auf Deutsch gesagt, sie machen Krach. Aber unter dem Haufen zerstörerischer Wut und Klangerlebnissen versteckt sich doch etwas mehr als nur eine Geduldsprobe für die Ohren.

Eröffnungssong „Staring into Space“ lässt einem nicht einmal genug Zeit sich zurückzulehnen, sondern zerrt einen gleich in eine Mischung aus verzerrtem Bass, fiependen Gitarren und hämmernden Drums.
Ebenfalls stark vom Hardcore geprägt ist der Nachfolger „I´m Swimming Home“.

Obwohl sich „Wild“ bis zu diesem Zeitpunkt sehr einseitig gestaltet und man sich schon auf einen Trip durch treibende und tot gespielte Riffs vorbereitet, fahren Pord doch einiges an Variation auf.

„My Bloody Galantine“ überfährt den Hörer dann von der anderen Seite mit einer Art psychedelisch gespieltem Doom, mit dem die Band dann noch einmal ordentlich nachtritt.

Ja, die Songtitel auf „Wild“ folgen keinem bestimmten Prinzip. Am Anfang starrt man noch ins All, man schwimmt nach Hause, feiert mit „Pools´n Chicks“, um schließlich „On The Couch“ zu versacken.

Höhepunkt des Albums ist definitiv „What are Tuesdays for“, eine wohl sehr berechtigte Frage, wenn man montags nicht aus dem Bett kommt und am Mittwoch schon Bergfest feiert.
Der Anfang des Songs ist leider etwas zu sehr in die Länge gezogen mit den Riff-Abfolgen. Allerdings geht es danach richtig ab. Mit Hochgeschwindigkeit pumpt sich die Band durch rhythmisch gespielte hohe Töne um am Ende noch einmal richtig durchzudrehen.

„Wild“ endet mit „On the Couch“ dann doch anders als erwartet. Nach dem regulären Geholze, bricht die Struktur auf, um sich gefasst einem von Sludge Rock geprägtem Ende zu widmen. Der 11-minütige Song baut bis zur letzten Sekunde zerreißende Spannung auf, bis er in einem Noise-Gewitter explodiert.

Pord (Copyright: Pord)

Pord (Copyright: Pord)

Ein paar Makel gibt es aber leider doch. Die Abfolge der Riffs klingt oft ziemlich ähnlich, auch wenn nur an dem Tempo herumgeschraubt wurde. Man hat das Gefühl, man höre immer noch den gleichen Song. Weiterhin ist der Gesang im Vergleich zum Rest der Instrumente ziemlich leise und rutscht so weit in den Hintergrund.

Nichtsdestotrotz macht „Wild“ einfach nur Spaß beim Hören und man verspürt einen gewissen Bewegungsdrang. Pord bringen mit ihrem Noise viele Ansätze von anderen Genres wie Stoner Rock, Psychedelic oder Sludge Metal in die Songs mit ein, und sorgen so für genügend Abwechslung.
Die Platte beweist, dass sie nicht nur vernichtend, sondern auch erstaunlich ruhig und gefasst sein kann. Rundum solide Arbeit, bei der nie Langeweile aufkommt.

Video

Tracklist

01 Staring Into Space
02 I´m Swimming Home
03 My Bloody Galantine
04 Laguiole Bull´s Balls
05 What Are Tuesdays for?
06 Pools´n´Chicks
07 On The Couch

Details

Pord – Homepage
Pord – Facebook

Label: Solar Flare Records
Vö-Termin: 08.09.2014
Spielzeit: 38:46

Copyright Cover: Solar Flare Records



Über den Autor

Christopher