Review

Obwohl die deutsche Band eigentlich schon 2014 ihre Auflösung verkündete, hinterlassen Planks ihren Fans aus den Tiefen der Unterwelt durch die modrige, von Würmern befallene Erde hindurch noch ein letztes Lebenszeichen. „Perished Bodies“ schließt die Trilogie, angefangen mit „The Darkest Of Grays“ und „Funeral Mouth“, nun ab. Erneut zeigen sie sich mit der Mischung aus düsterem Metal mit diversen Einflüssen aus Sludge und Black gewohnt lichtscheu.

Nach der anfänglichen ruhigeren Atmosphäre bolzt das Trio auch direkt los. Schweres Riffing bahnt sich seinen Weg über die Drum-Rolls. Dabei pendelt „The Sacrifist, Pt. I (Through Dirge And Death)“ zwischen Verzerrung und klaren Klängen und verschwindet nach der Geräuschkulisse genau so, wie er gekommen ist.

Neben der brachialen Akustik-Wut schlägt man auch auf „Perished Bodies“ stets melodische Wege ein. Planks ist eine von den Bands, die ohne viel Aufwand ihren Sound authentisch rüberbringen können. Es reichen oft einfach Akkorde und ein leichter Hang zum Black Metal, um Parts atmosphärisch und zuweilen sogar emotional ansprechend zu gestalten. In einem Anflug von einem nie enden wollenden Aufbau eines Höhepunktes, der scheinbar niemals in Sichtweite erscheint, fühlen sich die neun Songs oft wie eine reine Hetzjagd an.

Immer mal wieder rutscht ein klarer Gesang über die Lippen, welcher dann oft in hohlem Gebrüll endet. Diese leicht kratzigen und druckvollen Vocals verpassen „Perished Bodies“ das gewisse Hardcore-Feeling, welches den Sound nicht allzu hysterisch klingen lässt. Im Duett mit einer weiblichen Stimme darf man diese noch in dem Song „She Is Alone“ von ihrer gedrückten Seite kennenlernen, welcher mit seinem dröhnenden Bass gleich zu Beginn und den clean gespielten Gitarren ausnahmslos ein Highlight der Platte bildet. Als Umbruch zu dem ruhigeren Anfang drehen Instrumente und Stimme danach noch mal so richtig durch.

Lyrisch bewegt man sich mit vielen Metaphern hin und her zwischen menschlichem Dasein und Emotionen. Als Hauptdarsteller tritt des Öfteren die Liebe auf. Allerdings handelt es sich hier keinesfalls um verzweifelte Heulerei. Die Texte bauen sich sehr nüchtern und erklärend auf, so als ob man sich bereits damit abgefunden hätte. Zusammen mit der rohen Musik entsteht zwischen Band und Texten eine gewisse Distanz.

Planks (Copyright: Planks)

Planks (Copyright: Planks)

Stellenweise kann es dann schon mal sehr schleppend vorangehen, da „Perished Bodies“ von einem deutlich schweren und doomigen Einfluss profitiert. Highspeed-Passagen sollte man daher nicht erwarten. Aber die Geduld wird mit einer Menge Überraschungen belohnt, die Planks aus Bass, Gitarre und Schlagzeug zaubern. Seien es Wechsel im Rhythmus oder eine abrupte Änderung der Melodie-Richtung. Eine Abwechslung, die für Songs, die an der Fünf-Minuten-Marke kratzen und sie überschreiten, ein Segen ist.

Anhänger von Planks dürfen sich auf einen altgewohnten Sound freuen, der sich immer noch selbst frisch hält und bei dem auch Neuzugänge durchaus Anschluss finden können. Tonnenschwere musikalische Gewichte krachen aufeinander und zur Erholung wird auch gerne mal der Schalter umgelegt, der der Zerstörungskraft Einhalt gebietet und für eine Menge Atmosphäre sorgt. Schmutzig, aber mit schwarzem Gold im Innern.

Anspieltipps:
She Is Alone / Only Now / Sadness In Our Ignorance / The Sacrifist, Pt. II (What Does Walking Away Leave Us?) / Nothing Will Ever Change

Trackliste

01 The Sacrifist, Pt. I (Through Dirge And Death)
02 Nothing Will Ever Change
03 Into Lifeless Embrace
04 She Is Alone
05 Bliss In All Sorrows Found
06 Only Now
07 Perished Bodies
08 Sadness In Our Ignorance
09 The Sacrifist, Pt. II (What Does Away Leave Us)

Details

Planks – Facebook

Label: Golden Antenna Records
Vö-Termin: 11.09.2015
Spielzeit: 49:43

Copyright Cover: Golden Antenna Records



Über den Autor

Christopher