Review

„White Hot Moon“ ist der zweite Langspieler der Band Pity Sex aus Michigan. Eine lang erwartete Platte, die sich auch genauso anhört. Pity Sex folgen immer noch ihrem zerbrechlichen Pfad aus Indie-Rock gepaart mit etwas Emo und Shoegaze. Auch mit „White Hot Moon“ scheint die Band sich zwei musikalische Gesichter aufzusetzen.

Zwischen melodischen und mit Emotionen gefüllten Songs, die stets etwas Tragisches mit sich bringen, erscheint die raue Seite der Band. Ihren Teil dazu leistet die musikalische Untermalung, die abwechselnd von den typisch angezerrten Riffs des Indie-Rock zu vollen rauschenden Gitarren springt.

Gesanglich teilt man sich ebenfalls die Parts, denn hier kommt sowohl ein männliches als auch ein weibliches Organ zum Einsatz. Dabei sticht die weibliche Stimme durch ihre hypnotischen Klänge besonders hervor. Was nicht heißen soll, dass der Gegenpart nicht weniger überzeugend klingt, besonders wenn es auf „White Hot Moon“ mal etwas stärker vorangeht. Dennoch wirkt er sehr festgefahren und auf Dauer monoton. Es gibt jedoch Songs wie „What Might Soothe You“, in denen man sich die Bälle gekonnt zuspielt spielt.

Während das Schlagzeug durchgehend einen angenehmen Rhythmus findet und es eine Menge Arrangements auf „White Hot Moon“ gibt (ein gutes Beispiel hierfür wäre „Orange And Red“), stößt der Hörer immer mal wieder auf Passagen, in denen der Sound merklich stagniert und fast schon austauschbar klingt.
Was dennoch nichts an der Tatsache ändert, dass die Band durch ihre Musik eine gewisse Melancholie in die Ohren übertragen kann. Die Riffs wirken schwer und der Gesang allgemein sehr dahingehaucht, beinahe so, als beabsichtige er, fast gar nicht in Erscheinung zu treten. Gleichermaßen hat man das Gefühl, wie in „September“, dass Pity Sex auch eine Spur Folk nicht gerade fremd ist.

Pity Sex (Copyright: Pity Sex)

Pity Sex (Copyright: Pity Sex)

Es wirkt generell alles nicht sehr bunt, sondern stellenweise äußerst drückend, ähnlich, wie es das Cover darstellt. Ein grelles Neonlicht in einer ansehnlichen Form. Man weiß, dass es ansprechend wirken soll, aber sich nicht annähernd einladend anfühlt.

Dafür gibt es jedoch Titel wie „Pin A Star“ oder „Dandelion“, die das Gegenteil beweisen sollen, im Kern aber immer noch den roten Faden der Platte widerspiegeln. Diese glänzen besonders durch ihren dezenten Einsatz der Instrumente, die der Stimme viel mehr Raum lassen.

„White Hot Moon“ ist definitiv ein Album, welches seinem Nachfolger in nichts nachsteht. Es scheint sogar noch eine Spur weiter die Stimmung wissentlich herunterzuziehen. Gleichzeitig gibt es dazu frische Songs, die ansprechen und direkt ins Ohr gehen.

Trackliste

01 A Satisfactory World For Reasonable People
02 Burden You
03 Bonhomie
04 September
05 What Might Soothe You?
06 Plum
07 Nothing Rips Through Me
08 Orange And Red
09 Dandelion
10 White Hot Moon
11 Pin A Star
12 Wappen Beggars

Details

Pity Sex – Facebook

Label: Run For Cover Records
Vö-Termin: 29.05.2016
Spielzeit: 39:29

Copyright Cover. Run For Cover Records



Über den Autor

Christopher