Review

„You Might Loose A Few Teeths But It’s Fun“ – ein durchaus optimistischer Albumtitel. Solange es Spaß macht, nicht wahr? Außerdem gibt es durch das Cover noch etwas Kultur. Was seht ihr in diesem expressionistischen Meisterwerk? Pferde? Aliens? Die 70er? Ich sehe eine wilde Mischung aus Indie und Kreativität.

Zugegeben, zu Beginn war es etwas schwer, mit „You Might Loose A Few Teeths but it’s fun“ warm zu werden, da die Band dem Hörer doch eine große Bandbreite an verschiedensten musikalischen Stilmitteln bietet. Aber wenn man erst einmal drin ist, will man gar nicht mehr raus.

Pink Lint setzen auf ihrer Platte nicht auf klassische Rockelemente, die nach vorne gehen. Dafür bringen die Jungs und Mädels eine Menge Coolness mit sich. Es ist spannend anzuhören, wie in jedem Song scheinbar ein neues Musikinstrument hinzukommt. Das lässt in vielen Titeln einen leichten Hauch von Folk hineinfließen, wie beispielsweise im Song „Monster Of Age“.

Vielleicht kann man den Sound mit verdrehtem Pop vergleichen. Es sind viele Momente dabei, die die Tracks gut zugänglich machen. Auf der anderen Seite brechen Pink Lint die Songstruktur so auf, dass alles wiederum fremdartig wirkt. Zu Beginn schwimmt man gedanklich noch mit dem Strom, bis einen dann oft eine Geräuschkulisse wieder wegreißt.

Dieses Denken außerhalb des Rahmens macht die Band durchaus aus. Klar, Indie wäre nicht Indie, wenn sich die Musik nicht von anderen Genres deutlich abgrenzen würde, aber Pink Lint weiten diesen konventionellen Gedanken aus. „3 1/2“ bringt ein so gutes Arrangement aus langsamen, stampfenden Rhythmen mit geradlinigen Gitarrenriffs und Synths, dass trotz der Einseitigkeit alles sehr angenehm klingt.

Pink Lint (Copyright: Pink Lint)

Pink Lint (Copyright: Pink Lint)

Wenn es etwas gibt, das „You Might Loose A Few Teeths but it’s fun“ noch spektakulärer macht, dann ist es der Groove. Gerade bei Titeln wie „The Great Balloon Of All Things“ und „In The Belly Of A Wale“ bringt das Schlagzeug einen abwechslungsreichen Rhythmus mit sich. Dadurch wirken die Songs und die Band selbst noch einmal eine Spur lässiger.

Auch gesanglich ist Pink Lint absolut einwandfrei. Wir haben hier eine hörenswerte Stimme, die definitiv die Ohren aller Hörer ansprechen dürfte. Passend dazu die weibliche Stimme im Hintergrund, die neben dem Chorgesang, speziell bei „MMXI“, durch verschiedene Lagen das Ganze sehr gut untermalt.

Bevor wir uns in den technischen Details verlieren, kommen wir auf den Gesamteindruck zu sprechen. Pink Lint halten sich durchgehend an gängige Richtlinien, dennoch ist ihr Sound so verspielt, dass sie oft bewusst vom Weg abkommen. Abgesehen davon bringt die Band eine Menge Gefühl und Atmosphäre auf „You Might Loose A Few Teeths but it’s fun“ mit sich. Kein Song ist überflüssig. Zwar sind manche durchaus auffälliger und bieten mehr Wiedererkennungswert, aber unter den zwölf Titeln ist nicht ein schlechter dabei.

Pink Lint ziehen ihr Ding durch. Sie sind anders. Sie machen Gehörgänge glücklich. Sie machen Indie. Aber vor allem machen sie eins: Gute Musik.

Video

Trackliste

01 Laugh Tracks
02 MMXI
03 3 1/2
04 Monsters Of Age
05 The Great Balloon Of All Things
06 From The Bear Trap Of A Centerfold
07 Foam
08 Comical Relief
09 Too Much Fun
10 In The Belly Of A Whale
11 The Cast Of Port Marathon
12 Bill Of Demands

Details

Pink Lint – Homepage
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Pink Lint – Twitter

Label: Grand Hotel van Cleef
Vö-Termin: 10.10.2014
Spielzeit: 44:42

Copyright Cover: Grand Hotel van Cleef



Über den Autor

Christopher