Review

Kein komplizierter oder trendy Bandname, einfach nur Pigs. Kurz und knapp. Mit „Wronger“ geht es dieses Jahr den Trommelfellen an den Kragen, wenn das Trio aus New York mit ihrem rockigen Sound aus Noise und Hardcore sämtliche Umgebung rodet.

Kommt man über den scheinbar nie enden wollenden ersten Titel „A Great Blight“ hinweg, findet man sich inmitten dreckiger Saiteninstrumente und krachender Drums wieder. Dabei bewegen sich Pigs zwischen aggressiven Klängen und einer pumpenden Mischung aus Punk bzw. Hardcore sowie einer leichten Old School Note.

Doch die besten Elemente an „Wronger“ hört man direkt zu Beginn von „The Life In Pink“. Ein grooviges Riff über noch groovigeren Drums saugt den Hörer nur so in das Album hinein, bevor es dann in den stark verzerrten Part übergeht.

Pigs bauen in ihre Songs immer wieder mal kleine melodische, aber auch dynamische Riffs ein, wie zum Beispiel das Legatospiel auf „Bug Boy“ oder die total überdrehten Saiten auf „Wrap It Up“, die sich durch den kompletten Titel ziehen. Daher klingt „Wronger“ auch nicht allzu stumpf, wenn es dann mal in die geradlinige Gewalt geht, die einem um die Ohre gehauen wird. Dabei sind es besonders diese Parts, die einen dann an den Sound zu fesseln wissen.

Durch stetige Energieschübe kommen Pigs immer wieder in Fahrt, sodass es einen schwer auf den vier Buchstaben hält. Live kann man sich dann wohl auf schweißtreibende Shows und umherwirbelnde Menschen freuen.

Dazu gesellen sich noch die Vocals, die verzerrter und exzentrischer nicht sein könnten. Diesbezüglich hat man schon fast das Gefühl, man würde hier einer düsteren Industrial Band zuhören. Allerdings sind Pigs Rock durch und durch, besonders wenn es zu schweratmigen Strukturen kommt, wie Mastodon sie ebenfalls an den Tag legen.

Pigs (Copyright: Pigs)

Pigs (Copyright: Pigs)

Klar, kann sich dann der eine oder andere Part mal in die Länge ziehen. Aber das liegt vor allem daran, dass viele der Titel auch in den eingängigen Passagen das eine oder andere Mal variieren, wie zum Schluss vom Titel mit dem besten Namen der Welt „Amateur Hour In Dick City“. Schade nur, dass der Banjo-Teil von „Mouth Dump“ nicht in einen ganzen Titel übernommen wurde und stattdessen nur als Interlude dient. Vielleicht verspricht die Band einem hier manchmal zu viel, wenn es zu der äußerst experimentellen Seite von Pigs kommt, sodass sich eine Menge wiederholt.

„Wronger“ zündet von Anfang an. Der Sound ist roh, mitreißend und dennoch frisch und durchaus annehmbar. Die perfekte Kombination aus hartem Stoff für das obligatorische Kopfnicken und einem schief gelaufenen LSD-Trip. Anschnallen wäre hier mal eine Maßnahme, wenn man nicht gleich mit dem Kopf durch die Wand geschossen werden will. Einsteigen auf eigene Gefahr.

Anspieltipps:
The Life In Pink / Wrap It Up / Bug Boy / Mope / Amateur Hour In Dick City

Trackliste

01 A Great Blight
02 The Life In Pink
03 Bet It Al On Black
04 Amateur Hour In Dick City
05 Mope
06 Wrap It Up
07 Mouth Dump
08 Make Sure To Forget
09 Bug Boy
10 Wronger
11 Donnybrook

Details

Pigs – Homepage
Pigs – Facebook

Label: Solar Flare Records
Vö-Termin: 02.10.2015
Spielzeit: 40:55

Copyright Cover: Solar Flare Records



Über den Autor

Christopher