Review

Nun hat sich das deutsche Quartett Pighead mit der Veröffentlichung einer neuen Platte doch ein wenig Zeit gelassen. Die Verfechter vom slammigen und brutalen Death Metal wollen es aber mit „Until All Flesh Decays“ im späten 2016 noch einmal wissen.

Was den Sound angeht, hat sich wieder einiges verändert. Pighead waren vom ersten zum zweiten Album stilistisch variabel unterwegs. Mit dem Debüt „Cadaver Desecrator“ vertrat man noch das klassische Prinzip von groovigen Slam-Passagen und gurgelnden Vocals, bis 2012 auf „Rotten Body Reanimation“ die ersten technischen Einschübe ihren Weg in die Musik fanden und das Konzept generell sehr experimentell ausfiel.
Eine Menge davon nimmt die Band auch auf ihre aktuelle Platte „Until All Flesh Decays“ mit, allerdings deutlich komprimierter und vor allem fokussierter.

Sofort wird hier die Produktion auffallen. Verglichen mit „Rotten Body Reanimation“ hat man nun einen deutlichen Schritt nach vorne vollbracht. Insgesamt klingt der Sound viel voller, aggressiver und durch nicht vorhandene Übersteuerungen sehr rund.

Nach der üblichen bedrohlichen Geräuschkulisse in „Transcend The Unknown“ geht es auch direkt rein ins Vergnügen. Pighead kennen keine Gnade mit ihren Zuhörern und wer bei der letzten Platte noch die zermalmenden Riffs vermisst hat, wird sie hier finden. „Eliminate Alien Elements“ startet direkt mit einer Mischung aus typischen Elementen des Slam sowie leichten Affinitäten zum Hardcore-Bereich.

Bis dahin: Business as usual. Doch bereits mit „Corrupted“ wird klar, die Jungs fahren sich nicht mit dieser Vorgehensweise fest. Immer wieder schieben sie zwischen die Testosteron gesteuerte Geschwindigkeit Riffs, die eine gewisse Atmosphäre aufkommen lassen. Es wirkt dann fast so, als müssten sich Pighead zwingen, nicht wie wild auf ihren Griffbrettern zu hantieren. Doch das Ergebnis kann sich hören lassen.

Die tiefen Töne, die die Kehle hier verlassen, pumpen regelmäßig in die von Akzenten getriebenen Beats der Drums. Pighead schaffen zudem sehr angenehme Übergänge die Tempowechsel betreffend. Natürlich darf man sich auch wieder über einiges Gequieke freuen, wie beispielsweise im Song „Piggrinder“, welcher als Abschluss noch mal losgelöst von irgendwelchen Songkonzepten das Schild „Pighead“ hochhält.

Pighead (Copyright: Pighead)

Pighead (Copyright: Pighead)

Es gibt einige Stellen, in denen auch die Slam-Passagen ordentlich auf die Ohren niederkrachen und in perfekter Symbiose zum Groove effektiv wirken. Es gibt aber mindestens genauso viele Momente, in denen diese sehr generisch ausfallen und nur eine Überbrückung zum nächsten, eventuell technischen Riff bilden, denn auf die ist in der Regel immer Verlass. Zwar fehlt hier manchmal der Wow-Effekt, wie noch einst auf „Rotten Body Reanimation“, dafür bringen sie viel Farbe in das Geschehen.

Alles in allem ist „Until All Flesh Decays“ eine Platte, die auf jeden Fall mehrere Runden in der Anlage drehen wird. Pighead überschütten einen nicht mit akustischen Reizen, halten die Energie aber stetig konstant und schweißtreibend. Dazu noch die musikalische Erfahrung und Pighead hinterlassen mit diesem Album einen ordentlichen Fußabdruck in den Trommelfellen.

Video

Trackliste

01 Transcend The Unknown
02 Twitching Xenomorphic Shades
03 Elimane Alien Elements
04 State Of Absolut Misery
05 Corrupted
06 Idoctrinate
07 Revengeful Strife
08 Until All Flesh Decays
09 A Swamp Of Dark Crimson Sludge
10 Siamese Spawn
11 Exterminating The Unworthy
12 The Piggrinder

Details

Pighead – Facebook

Label: Rising Nemesis Records
Vö-Termin: 03.11.2016
Spielzeit: 34:50

Copyright Cover: Rising Nemesis Records



Über den Autor

Christopher