Review

Bereits das neunte Mal schicken die Niederländer Peter Pan Speedrock ein Studioalbum ins Rennen um einen ehrbaren Platz im Rock ’n‘ Roll Zirkus, und bedenkt man das auf „Buckle Up And Shove It!“ (so der Name ihres neuen Silberlings) enthaltene Spieltempo, dürfte klar sein, dass das Trio diesen Wettlauf – rein geschwindigkeitstechnisch betrachtet – gewinnen wird.

Mit einer Stilmixtur aus Hardrock, Rock ’n‘ Roll und dezentem Punk (hörbar vor allem in der Coverversion „New Rose“, die im Original von der Punkband The Damned stammt), was in seiner Gesamtheit des Öfteren an die Altmeister Motörhead erinnert, geben Peter Pan Speedrock auf „Buckle Up And Shove It!“ Vollgas und machen damit ihrem Namen alle Ehre. Selten findet man ruhigere Momente vor. Besonders an den Gitarren werden sich die Finger mittels schnellem Riffing wundgespielt, und das auch in gelungenen Soli.

Die Produktion fällt entsprechend erdig und roh aus, sodass der Sound der Lieder sehr bodenständig, authentisch, genretypisch „altbacken“ und eben handgemacht wirkt.

Peter Pan Speedrock (Copyright: Peter Pan Speedrock)

Peter Pan Speedrock (Copyright: Peter Pan Speedrock)

Verstärkt setzen Peter Pan Speedrock zudem auf Melodien. Soll heißen, dass die Titel ganz gut ins Ohr gehen. Leider bleiben sie dort nicht allzu lange, denn nur die wenigsten Songs schaffen es, sich mit ihrer Eingängigkeit festzusetzen. Damit plätschert das Album auf seiner Gesamtlänge temporeich, aber ohne nennenswerte Highlights oder Ohrwürmer am Hörer vorbei. „Wised Eyed & Thirsty“ kommt einem potenziellen Hit schon recht nah, aber auch hier hält das Vergnügen nur so lange an, bis der letzte Ton verklungen ist. Aufgrund des Geschwindigkeitsrauschs auf „Buckle Up And Shove It!“ dauert dies also nicht sehr lange.

Die Lyrics animieren das eine oder andere Mal zum Mitsingen, fallen also insgesamt sehr einfach aus. Einzelne Verse wiederholen sich innerhalb eines Songs oft, sodass der Hörer schnell textsicher ist. Wer diesbezüglich auf Anspruch setzt, ist hier fehl am Platz, vielmehr sorgen gängige Klischees für Unterhaltung.

Erwähnenswert in all dem zelebrierten Durchschnitt, der handwerklich allerdings sehr gut gemacht ist, ist noch die Gesangsstimme, die perfekt zum angestrebten Genremix passt und einen gewissen Wiedererkennungswert aufweist. An die raue Stimmgewalt eines Lemmy Kilmister kommt man damit noch nicht heran, auch wenn es den Eindruck erweckt, als eifere man ihm nach, dennoch bringt der Mann am Mikro alles mit, was es für eine rockende Frontsau so braucht.

In diesem Sinne dürfen Motörhead Fans mit „Buckle Up And Shove It!“ eine Alternative zu ihrer Lemmy-Sammlung finden, zusätzlich sollten all jene in das Album von Peter Pan Speedrock reinhören, die sich für die Fusion von Hardrock, Rock ’n‘ Roll und Punk interessieren. Ein Überwerk wird sich damit zwar nicht ins Haus geholt, aber für einige feucht-fröhliche Stunden ist der Silberling durchaus geeignet, zumal er auch in Dauerrotation nicht langweilig wird; nur hängen bleibt halt nichts.

Video

Tracklist

01 Get You High
02 Whatever Man
03 Murdertruck
04 Tunnelvision
05 Bad Thing
06 Loose Woman & Loud Guitars
07 New Rose
08 Note To Self
09 Wise Eyed & Thirsty
10 Buckle Up And Shove It
11 Deadringer
12 Doin‘ The Nasty
13 Heart Full Of Soul

Details

Peter Pan Speedrock – Homepage
Peter Pan Speedrock – Facebook

Label: Steamhammer / SPV
Veröffentlichung: 30.05.2014
Spielzeit: 39:03 Minuten

Copyright Cover: Steamhammer / SPV



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde