Review

There are too many Songs! Das könnte man sich sehr schnell denken, wenn man sich das neue Doppelalbum der Djenter von Periphery zu Gemüte führt. Ganze 17 Songs warten darauf, von euch durchgehört zu werden. Doch Moment, warum so viel, warum ein Doppelalbum? Tja, sie hatten einfach Lust darauf.

Periphery machen schon immer ihr Ding und sind damals ziemlich gut damit gefahren. Sie waren der neue Stern am Djent-Himmel. Frische Riffs, knackiger Sound und ein Gesang, der unter die Haut ging. Mit „Juggernaut: Alpha / Omega“ wollen sie wieder voll durchstarten. Möchte das im Jahre 2015 noch irgendjemand hören?

Zuerst muss man sagen, dass sie für dieses Werk ewig gebraucht haben. Wer die Band fleißig verfolgt, konnte über YouTube immer neue Einblicke über den Prozess gewinnen. Das muss man Periphery zugutehalten, sie sind und bleiben Sympathieträger.

Die neue Scheibe kann an Fülle nur schwer übertroffen werden. So viele verschiedene Stile treffen aufeinander. Allen voran natürlich der klassische Djent, für den Perihpery bekannt sind und für den sie geliebt werden. Dazu gesellen sich Hardcore, Death Metal, Pop und viele Elektroeinflüsse à la Animals as Leaders.

Mit „A Black Minute“ beginnt „Alpha“ ziemlich ruhig und entspannt. Die Produktion ist aber jetzt schon merklich reifer und erwachsener, wobei Periphery schon immer auf glasklare Gitarren und ein knallendes Schlagzeug viel Wert gelegt haben. Das ist modern und erfrischt den Geist.
Die Macht der drei Gitarristen tut ihr Übriges, denn dadurch sind viele Songs extrem fett.
Hinzukommend hat sich Spencers Stimmspektrum noch einmal erweitert und vom „Mädchengesang“ bis zum Death Metal Growl ist alles vertreten. Bezüglich der Stimme habe ich mich oft an Chester von Linkin Park erinnert gefühlt. Wieder ein Punkt für Periphery, denn keiner sagt ihnen, wie sie zu klingen haben. Beispielsweise befinden wir uns mit „MK Ultra“ wieder voll im psychedelischen Periphery-Feeling wieder, welches mir beim letzten Album gefehlt hat.

Die Songs sind im Allgemeinen straighter und mit klarem Blick nach vorne. Der Hörer wird nicht zu sehr überfordert, hat aber dennoch genug zu überlegen und zu entdecken.

Interludes folgen mit dem sympathischen „The Event“ und dazu gesellen sich Groover wie „22 Faces“.

Es steckt schon allein in der ersten Platte so viel, dass man danach erst einmal überlegen muss, was man da gerade gehört hat. Das sagt uns, dass ein einziger Durchgang nicht mal ansatzweise ausreicht.

Periphery strotzen vor Kreativität und Spielfreude. Das mag positiv klingen, allerdings hat die Band ein Problem: Sie haben sich einen Stil aufgebaut und diesen fahren sie seit Jahren, doch die Songs hätten auch schon auf ihrer ersten Scheibe „Periphery“ drauf sein können. Den einen oder anderen könnte schnell die Eintönigkeit einholen. Für Abwechslung wird dennoch immer gesorgt, da diese ganzen Elemente sauber miteinander verzahnt sind. Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt nicht. Allein die Spielereien von Misha sind ein wahrer Gaumenschmaus für die Ohren. Das fette Drumming von Matt brettert so dermaßen in euren Ohren, dass selbige danach zu glühen anfangen.

Periphery (Copyright: Jeremy Saffer)

Periphery (Copyright: Jeremy Saffer)

Zwischen „Alpha“ und „Omega“ werdet ihr keinen großen Unterschied feststellen. Man kann also nicht sagen, „Alpha“ ist der rockige Part und „Omega“ eher die ruhige Platte. Beide halten sich die Waage, wobei „Omega“ vielleicht etwas mehr auf der heftigen Schiene fährt.
Für alle Meshuggah Fans out there empfehle ich noch den Song „Four Lights“. Purer Druck und extrem gekonnte Adaption der Djent-Helden, natürlich etwas breakdownig angehaucht, aber das ist ja nicht unbedingt verkehrt.

Fazit: Man könnte Bände über dieses Doppelalbum schreiben. Schlicht und ergreifend sind Periphery im gewohnten Gewand zurück. Ihre Stärken bringen sie mit und verbessern sie durch den Einsatz neuer Elemente und einer noch erwachseneren Produktion. Die ist modern gehalten und genau auf den Punkt, immerhin haben die Jungs alles selber gemacht und das sollte man ihnen anerkennen.
Wer den Djent langsam überhat, wird auch hier etwas ins Stocken kommen, aber ich weise darauf hin, dass mehrere Durchläufe zum Erfolg führen, denn Periphery heben sich immer noch von der Masse ab.

Tracklist

CD 01: Alpha
01 A Black Minute
02 MK Ultra
03 Heavy Heart
04 The Event
05 The Scourge
06 Alpha
07 22 Faces
08 Rainbow Gravity
09 Four Lights
10 Psychosphere

CD 02: Omega
01 Reprise
02 The Bad Thing
03 Priestess
04 Graveless
05 Hell Below
06 Omega
07 Stranger Things

Details

Periphery – Homepage
Periphery- Facebook
Periphery – Twitter

Label: Century Media
Vö-Termin: 23.01.2015
Spielzeit: 1:20:41

Copyright Cover: Century Media



Über den Autor

Marcus
Marcus