Review

Während der strömende Regen auf mein Autodach prasselt und ich mir mit knirschenden Zähnen vorstelle, wie gerade mein Keller mit Wasser vollläuft, ertönen aus den Lautsprechern die Indie-Klänge der Band The Pains of Being Pure at Heart.
Der Sound auf „Days of Abandon“ bringt weichen alternativen Pop mit sich und auf einmal scheint im Wagen die Sonne.

Das bereits dritte Album der Band aus Brooklyn, NY erscheint über Fierce Panda mit zehn Songs, die den Hörer auf die eine oder andere Weise zum Lächeln bringen.

Es beginnt mit „Art Smock“ und bereits da sollten einem schon so ein paar Dinge auffallen.
Zum einen der Gesang, der durchgehend in höheren Lagen stattfindet, und zum anderen die kaum verzerrten Gitarrenriffs sowie das Keyboard im Hintergrund.

Schnell wird klar, dass der Pop-Anteil auf diesem Album doch sehr hoch ist, obwohl man beim Anblick des Albumcovers doch irgendetwas Abstrakteres erwartet hätte.
Spätestens nach „Simple and Sure“ wird deutlich, dass es sich hier um weichgespülte, kitschige Songs handelt, die buchstäblich von Milchbubis in ihrem Kinderzimmer aufgenommen wurden. Und ich muss sagen, es ist klasse!

Die Titel sind super abgemischt, aufeinander abgestimmt und gehen ins Ohr, nicht zu vergessen die extra Portion gute Laune.
Hier und da schleicht sich ein innovatives Riff ein.
Und obwohl die Themen teilweise doch sehr dunkel sind, verpackt die Band alles in einen Gute-Laune-Mix.
Weiterhin kommt doch der eine oder andere Rockfaktor auf, wie in „Masokissed“ oder „Until The Sun Explodes“ (wozu es übrigens ein abgefahrenes Video gibt).

The Pains of Being Pure at Heart (Copyright: The Pains of Being Pure at Heart)

The Pains of Being Pure at Heart (Copyright: The Pains of Being Pure at Heart)

Als Single wurde „Eurydice“ auserwählt, ein Pop-Song durch und durch. Und auch einer der etwas schwächeren Titel, verglichen mit „Life after Life“ oder jedem anderen Song auf „Days of Abandon“, die doch erheblich mehr prägende Elemente mit sich bringen.

Leider klingen viele der Titel doch sehr einheitlich mit ihrer Rhythmusgitarre, dem Lead-Riff und dem hallenden Keyboard. Ein paar mehr Tempowechsel hätten der Platte nicht geschadet.

„Days of Abandon“ schwebt so in seiner eigenen kleinen, verträumten Welt herum.
Dieses Album ist weit weg von perfekt, aber es ist auch absolut kein Reinfall. Man sollte es besser vom eigenen, subjektiven Standpunkt aus betrachten, ob man nun auf so etwas steht oder nicht. Fakt ist, The Pains of Being Pure at Heart leben ihren Stil und erhellen selbst das trübste Gemüt.

Video

Tracklist

01 Art Smock
02 Simple and Sure
03 Kelly
04 Beautiful Love
05 Coral and Love
06 Eurydice
07 Masokissed
08 Until The Sun Explodes
09 Life after Life
10 The Asp at my Chest

Details

The Pains of Being Pure at Heart – Homepage
The Pains of Being Pure at Heart – Facebook

Label: Fierce Panda
Vö.-Termin: 06.06.2014
Spielzeit: 37:03

Copyright Cover: Fierce Panda



Über den Autor

Christopher