Review

Fledermäuse muss man vor einem Ozzy Osbourne nicht mehr verstecken, aber mit all den Jahren an Erfahrung im Musikbusiness muss der Prince of Darkness sicherlich niemandem mehr irgendetwas auch nur im Ansatz beweisen. Und diese „Entspanntheit“ klingt auch aus dem kürzlich veröffentlichten Neuling „Ordinary Man“ von Anfang bis Ende durch.

Hier passt einfach alles zusammen

Ozzy selbst betonte, wie viel Spaß er in und an diesem Entstehungsprozess hatte und ja, das hört man hier sehr deutlich, sodass man nur zustimmen kann, wenn er sagt: „Es passte einfach alles zusammen“.

Da Ozzy einiges durchlebte, besonders in kürzerer Zeit, tut sich einem der Eindruck auf, dass dieses Album ein sehr persönliches ist und er diese Form des Ausdrucks durchaus als Therapie für sich genutzt zu haben scheint.
Deshalb überrascht es nicht unbedingt, dass seine Stimme frisch, eindringlich und durchweg hervorragend klingt, sein Lachen eben auch sein ureigenes Lachen bleibt, er leichtfüßiger mit Witz und Charme wirkt, aber auch gleichzeitig ernster, als man es von ihm gewohnt sein mag.

Illustre Gästeliste

Sauberer Old School Metal trifft hier auf starke Vocals und Riffs, was bei der Gästeliste allerdings auch nicht verwundert: Geben sich bei dem so gar nicht „gewöhnlichen Mann“ doch einige Namen die Klinke in die Hand, die keine Wünsche offen lassen.

Schon beim Intro „Straight To Hell“ lacht Ozzy sarkastisch und Slash drückt in einem grandiosen Solo dem Ganzen seinen unverkennbaren Stempel auf.

Ozzy Osbourne (Copyright: Ozzy Osbourne)

Bei „Goodbye“ kann man gar nicht anders, als nicht nur mit dem Kopf zu nicken, sondern voll dabei zu sein, erinnert es auch sehr an alte Black Sabbath-Zeiten. Das dürfte auch an Duff McKagan (Guns N‘ Roses) und Chad Smith (Red Hot Chilli Peppers) liegen, die dem Song ihre eigene Note verpassen. Auch Andrew Watt half bei den Gitarrenspuren und produzierte nicht nur – die drei wirkten bei so ziemlich jedem Titel mit.

Kein Geringerer als Sir Elton John begleitet nicht nur auf seinem Piano, sondern singt in wunderschöner Harmonie bei der titelgebenden Ballade „Ordinary Man“ ein emotionales Duett mit Ozzy, das seinesgleichen sucht und einmal mehr von Slash in Sachen Solo gekonnt untermalt wird.

Einen Stilbruch stellen in der Folge die beiden letzten Titel des Albums dar. Beide eingespielt mit Post Malone, einer R&B-Größe. Das macht aber „It’s A Raid“ und „Take What You Want“ umso interessanter. Bei Letzerem hilft sogar noch Travis Scott mit Synth-Klängen aus.

Fazit

Der Songs des elf Titel umfassenden Albums ist also sicher als ironisch zu interpretieren, denn dieser Silberling ist alles, aber garantiert NICHT gewöhnlich. Und man kann nur zugestehen, dass sich das Jahrzehnt des Wartens auf Ozzys zwölftes Studioalbum mehr als gelohnt hat.

 

Video

Tracklist

01 Straight To Hell
02 All My Life
03 Goodbye
04 Ordinary Man (feat. Elton John)
05 Under The Graveyard
06 Eat Me
07 Today Is The End
08 Scary Little Green Men
09 Holy For Tonight
10 It’s A Raid (feat. Post Malone)
11 Take What You Want (feat. Post Malone & Travis Scott)

Details

Ozzy Osbourne – Homepage | Ozzy Osbourne – Facebook | Ozzy Osbourne – Twitter

Label: Sony Music
Vö-Termin: 21.02.2020
Spielzeit: 49:32

Copyright Cover: Sony Music



Über den Autor

Daggy
Daggy
Es war einmal...vor langer Zeit..., ein Mädel aus Bayern, das den Sprung von einer katholischen Klosterschule schaffte und ans andere Ende Deutschlands reiste. Dort absolvierte sie als eine der ersten Frauen ihren Dienst bei der Marine. Von dort aus führte ihr Weg zu ihrem jetzigen Job, der sie seither rund um die Welt führt. So lebte sie bisher in den USA (Atlanta), Berlin (ohnehin ihre Wahlheimat), Indien (Mumbai) und derzeit China (Peking). Dabei ist das Reisen, als auch das Fotografieren ein wesentlicher Teil von ihr. Das Ganze wird untermalt von ihren "exzessiven" Konzert- und Festivalbesuchen, denn Musik öffnet überall auf der Welt Tür und Tor.