Review

Origin sind wieder am Start! Alle drei Jahre grüßt die Technical Death Metal Walze aus Topeka, Kansas mit einem neuen Album, das 2017 auf den Namen „Unparalleled Universe“ hört.

Man kennt und liebt sie für ihren fast schon albern schnellen Metal, der den Hörern wenig Raum zum Atmen lässt. „Unparalleled Universe“ schlägt in die gleiche Kerbe wie die Vorgänger; Longstreth und Co. prügeln sich hier mal wieder die Seele aus dem Leib. Langsam gibt es nicht, maximal, wenn ein Groove ansteht. Andernfalls ist das Gaspedal immer durchgedrückt, weshalb die Platte erneut nichts für einen lässigen Nachmittag ist.

Schon nach kurzem Anspielen fällt auf, dass „Unparalleled Universe“ ziemlich roh klingt. Diesbezüglich waren die Vorgänger deutlich polierter und auch passender. Der „Democharakter“ ist somit nicht unbedingt ein Highlight.

Dafür haut John an den Drums wie immer ordentlich rein. Die Bass klingt abermals schön totgetriggert, wohingegen die Snare ziemlich saftig daherkommt.

Nach wie vor klingt auch Pauls Gitarre entweder unsauber oder matschig. Gerade die schnellen Passagen wirken dadurch nicht nur durch das Tempo chaotisch. Insgesamt fallen die Riffs dieses Mal leider nicht sehr vielfältig aus. Auf „Entity“ oder „Omnipresent“ wurden coole Grooves mit catchy Riffs am laufenden Band präsentiert. Auf „Unparalleled Universe“ klingt „Cascading Failures“ aber beispielsweise komplett uninspiriert. Wichtig ist, dass der Gravity Blast inkl. pervers schneller Doublebass dermaßen prügelt, dass man den Hintergrund sowieso nicht mitbekommt.

Punkten kann hingegen der Leadgesang, was man von Mitsänger Paul nicht behaupten kann; in „Mithridatic“ können einem seine Screams daher schon mal im Ohr wehtun. Nichtsdestotrotz ist genau dieser Song ein Highlight der Platte.

Prinzipiell sind derbe Grooves und nachvollziehbare Technic-Parts das Herzstück der Band, doch dieser Trumpf geht im Blastgewitter leider ziemlich unter. Klar freut man sich bei Origin auf ein Technical Festival, aber jenes immer mal wieder aufzubrechen, kann auch nicht schaden. Ein Song wie „Invariance Under Transformation“ zeigt, wie es hätte funktionieren können.

Origin (Copyright: Origin)

Ihr Epos „Unequivocal“ geht dagegen in eine ganz andere Richtung und wird ab der Hälfte eine klassische Kopfknick-Nummer; wenn auch sehr ungewöhnlich mit viel Melodie zum Ende hin. Immerhin mal etwas anderes.

Abschließend wird der Song „Revolucion“ eingeläutet. Der Vibe ist etwas punkig und ein wenig erinnert der Titel an Hatebreed oder Rage Against The Machine. Irgendwie ganz cool, aber eben auch total anders, als man die Band kennt. Dafür ist die Nummer extrem eingängig und macht wirklich Laune.

Was hält man nun vom neuen Origin Album? Um ehrlich zu sein, hat man nichts verpasst, sollte man es nicht kennen. War „Entity“ noch eine Offenbarung, ist „Unparalleled Universe“ ein lauwarmer Aufguss, der relativ schnell abkühlt.

Video

Trackliste

01 Infinitesimal to the Infinite
02 Accident and Error
03 Cascading Failures
04 Mithridatic
05 Truthslayer
06 Invariance Under Transforrmation
07 Dajjal
08 Burden of Prescience
09 Unequivocal
10 Revolucion

Details

Origin – Homepage
Origin – Facebook

Label: Agonia Records
Vö-Termin: 30.06.2017
Spielzeit: 40:54

Copyright Cover: Agonia Records



Über den Autor

Marcus