Review

Da ist es, das neue Meisterwerk aus der Feder von Mikael Akerfeldt. Er hat sich seit Jahren der progressiven Musik verschrieben. Damals mehr Metal als heute, dennoch immer etwas anders und mit viel Raffinesse. Er ist Gitarrist und Sänger. Bei Opeth vereinigt er beides, bei Bloodbath ist er eben nur die coole Rampensau. Privat eher bescheiden, ist er dennoch eine feste Größe in der Metal Musik.

„Pale Communion“ heißt das neue Prachtstück. Gerade erst erschienen, wartete man nach dem sehr ruhig ausgefallenen „The Heritage“ auf etwas Neues aus dem Hause Akerfeldt.
Beweist Opeth wiedermal ein gutes Händchen und kann auf ganzer Linie überzeugen?

Naja … wir wollen mal so anfangen. „Pale Communion“ ist ein sehr starkes Album, mag man die ruhigen, gefühlvollen Passagen sowie die progressiven Rock-/Metal-Einlagen der Band. Wer eher auf etwas mehr Metal gehofft hat wie z.B. in einem „Deliverance“, der kann gleich wieder nach Hause gehen. Hier wird der Prog-Metal gelobpreist.

Akustische Klänge wechseln zwischen Led Zeppelin-artigen Ausbrüchen sowie Dream Theater-Parts. Größtenteils spiegelt die Scheibe ein Prog-Rock-Thema wider, dem man aber gut folgen kann. Man schafft es, den Hörer nicht zu überfordern, sondern nimmt ihn mit auf eine Reise. Dermaßen tight und weltoffen präsentieren sich Opeth. Die Songs sind gut geschrieben, trotz ihrer Länge vermitteln sie eine gewisse Stimmung und viel Gefühl. Herrlich!

„Moon Above, Sun Below“ bricht schön heraus. Viel Rock, viel Synthi-Gespiele. Der Gesang passt hier super rein. Alles in allem ein lässiger Song.

Opeth (Copyright: Opeth)

Opeth (Copyright: Opeth)

„Goblin“ wiederum klingt wie ein einziger Jam, der letzte Woche im Proberaum entstanden ist. So etwas pressen Opeth eben gleich mal auf eine Platte und haben damit Erfolg. Man will nicht meinen, sie machen Alte Herren Prog-Rock, aber es wirkt ein bisschen angestaubt, sozusagen Rockmusik aus längst vergangener Zeit. Das tut dem Ganzen aber keinen Abbruch, denn diese musikalische Ausrichtung kommt sehr erfrischend daher. Kein Einheitsbrei, kein technisches Gefrickel, dafür massive Soundmauern und Spaß an der Sache.

Der letzte Track, „Faith in Others“, ist geprägt von Emotionen, Trauer und Leidenschaft. Streicher erklingen, das Schlagzeug wiegt sich im Hintergrund und lässt der Front Raum zum Atmen.
Akerfeldts Stimme erklingt in einem Radiosound, der perfekt in die Stimmung des abendlichen Herbsttages passt. Ab der Hälfte öffnet sich der Song noch einmal und eine Landschaft offenbart sich. Ganz großes Kino.

Fazit: „Pale Communion“ ist eher eine Scheibe zum Genießen, nicht zum Nebenbeihören. Das war Opeth aber nie. Viel Gefühl und Leidenschaft wurden hier verbaut. Leider kommt mir der Metal-Anteil zu kurz. Etwas mehr „Watershed – Heir Apparent“ wäre schön gewesen. Dennoch ist der Silberling klasse geworden und kann uneingeschränkt empfohlen werden.

Video

Tracklist

01 Eternal Rains Will Come
02 Cusp of Eternity
03 Moon Above, Sun Below
04 Elysian Woes
05 Goblin
06 River
07 Voice of Treason
08 Faith in Others

Details

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Label: Roadrunner / Warner Music
Vö-Termin: 22.08.2014
Spielzeit: 55:45

Copyright Cover: Roadrunner / Warner



Über den Autor

Marcus
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