Review

Oddjobmen sind im Auftrag des Rock unterwegs. Sie bringen auf „Urban Focus“ ein buchstäbliches Feuerwerk davon mit in ihre zwölf Songs. Immer ein wenig verzerrt und immer ein wenig mehr in der eigenen musikalischen Welt.

Sofort wird auffallen, dass sich kein Track auf diesem Album anhört wie der vorherige. Dafür sorgt die Band mit verschiedenen Mustern im Rhythmus und zeigt sich auch äußerst verspielt in der Gestaltung des Riffing. Mit Langeweile muss man auf „Urban Focus“ also zu keiner Zeit rechnen.

Es ist aber vor allem die sympathische Art, die das Quartett hier akustisch ausstrahlt. Oft hört sich viel „frei nach Schnauze“ an, was nicht einmal schlecht sein muss, denn so behalten sich Oddjobmen eine gewisse Flexibilität vor.

Die Akzente auf dem Schlagzeug verwandeln jede noch so eingängige Passage in ein galoppierendes Monster, das nur eine Richtung kennt: nach vorne. Gleiches gilt für Gitarre und Bass, welche regelmäßig gerne mal in die Bereiche Drone oder Psychedelic abdriften; allerdings nie in so einem Ausmaß, dass sich die Kernaussage der Platte zu sehr verwässert.

Stellenweise ist es sogar so, dass hier derart catchige Melodien ausgepackt werden, dass es schon fast enttäuschend wirkt, wenn dann mal ein eher generischer Ansatz gewählt wird. Dafür sind auch akzentuierte Synchronität wie in „Run For Your Knife“ mit anschließender Punk-Attitüde stets ein Highlight auf „Urban Focus“.

Oddjobmen (Copyright: Daniel Boldt)

Oddjobmen (Copyright: Daniel Boldt)

Passend zu dem energetischen Sound darf auch ein rockiges Organ nicht fehlen. Immer im Einklang mit dem durchweg nie zu stoppenden instrumentalen Teil trägt der Gesang seine Mitschuld am Ganzen; oftmals mit verzerrenden Maßnahmen, aber immer zugänglich, auch wenn es in diesem Bereich zwischendurch ein paar Stellen gibt, in denen man nicht gerade on point ist. Dafür holt man in dieser Hinsicht beim letzten Song „LaVeNe“ eine Menge wieder heraus.

Es ist außerdem immer wieder interessant zu hören, aus welchen Stilen sich Oddjobmen den Einfluss für ihre Melodien holen, ohne diese besonders hervorzuheben. Es werden die entsprechenden Töne angeschlagen und direkt wieder in eine neue Richtung gelenkt, ohne dass man konkrete Parallelen zu anderen Songs ziehen kann.

Natürlich ist „Urban Focus“ nicht ohne Makel, doch darüber kann man hinwegsehen, da die Platte wie aus einem Guss klingt und dennoch viel Abwechslung bietet.

Video

Trackliste

01 Scapegoat
02 Led By Pigeons
03 Polar
04 Some Snakes Are Better Than Others
05 Gizmo Scheme
06 1984
07 Goon, Goon, Gone
08 The Hurting Kind
09 Run For Your Knife
10 To Cut The Head Off The Snake
11 Hoof: Don’t Sweat It Kilgore – It’s The Wrong Shape Anyway
12 LaVeNe

Details

Oddjobmen – Homepage
Oddjobmen – Facebook

Label: Setalight Records
Vö-Termin: 14.10.2016
Spielzeit: 44:44

Copyright Cover: Setalight Records



Über den Autor

Christopher