Review

Thrash Metal ist für viele nur wildes Druffgekloppe. Hier geht es nicht um Komplexität oder ausgefallene Riffs. Die Songs müssen schnell sein und Energie übertragen. Das konnte Num Skull damals im Jahr 1988 schon und genauso auch heute.

Ihre Platte „Ritually Abused“ legt Relapse Records nun neu auf. Zum einen komplett gemastert, zum anderen enthält die Neuveröffentlichung noch einen Bonustrack.

„Death and Innocence“ ist der zweite Track der Platte und er spiegelt schon am Anfang den gesamten Inhalt der CD wider. Die Snare knallt im Skank Beat und die Gitarristen spielen hektische Thrash-Riffs. Es gibt pausenlos auf die Zwölf. Ab und an wird das Ganze durch einen einfacheren Headbanger Beat aufgelockert. Die meiste Zeit allerdings will man nur typisch rumzucken.

In diesem Fall möchte ich aber gar nicht wissen, wie das Original klang. Gut, 1988 ist lange her und seitdem hat sich der Sound im Metal deutlich verändert, aber „Ritually Abused“ klingt einfach nicht mehr zeitgemäß. So etwas muss man sich 2014 nicht mehr anhören.

Zudem klingt die gesamte Scheibe nach deutlichen Timing Problemen, was bei dieser Musik natürlich tödlich ist. Gut, auch hier kann man sagen, damals war das so; Stichwort Rebellion etc.. Aber damals ist nun vorbei.

Dass Num Skull auf „Ritually Abused“ keine Kompromisse eingehen, merkt man ebenfalls, denn die Songs lassen einem gar keine Ruhe, darunter „Friday’s Child“ oder „Off With Your Head“. Selbst das anfangs gute „Kiss Me, Kill Me“ endet in Humpa Beats mit flinker Gitarre. Da bleibt vorn und hinten gar nichts hängen.

Weiter geht es mit dem Bonustrack. „Murder By The Minister“ klingt deutlich besser gemischt und etwas zeitgemäßer. Er wartet mit etwas mehr Groove und coolen Rock-Soli auf. Der Fronter überzeugt ebenfalls, mit etwas Mut zum Gesang ist dieser Song der beste des Albums.

Apropos Gesang: Der ist – klassisch für Thrash Metal – fies und gemein; erinnert sehr stark an Kreator und diverse andere Thrash Metal Bands.

Schlimm finde ich wiederum, wie der Bass einfach nur im Hintergrund mitwabbert. Das liegt nun wirklich nicht am Jahr der Aufnahme.

Fazit: „Ritually Abused“ kann man wirklich nur als Fan konsumieren. In der heutigen Zeit ist es nicht mehr hörenswert und muss auch nicht als Perle der 80er Jahre gehandelt werden. Das Remastering sollte man auch hören. Der Sound sollte differenzierter aus den Speakern kommen, um das alte Material einfach in die Jetztzeit zu transportieren. Bei Num Skull ist dies nicht gelungen, womit „Ritually Abused“ leider nicht überzeugen kann und auch nicht zum mehrmaligen Durchhören einlädt.

Tracklist

01 The End
02 Ritually Abused
03 Death and Innocent
04 No Morals
05 Friday’s Child
06 Off With Your Head
07 The Henchman
08 Pirate’s Night
09 Turn Of A Screw
10 Kiss Me, Kill Me
11 Rigor Mortis
12 Murder By The Minister

Details

Num Skull – Facebook

Label: Relapse Records
Vö-Termin: 16.09.2014
Spielzeit: 43:56

Copyright Cover: Relapse Records



Über den Autor

Marcus
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