Review

Northland der Bandname, Folk Metal der Stil, in welchem sich die Musiker heimisch fühlen, und elf Songs, die das zweite Album „Downfall and Rebirth“ schmücken und den Liedern der skandinavischen Genrevorreiter in kaum etwas nachstehen – da liegt die Vermutung doch nahe, dass auch das hier agierende Sextett aus dem Norden stammt. Doch weit gefehlt, denn Northland beweisen, dass man auch in Spanien molllastige, folkloristische, melancholische Klänge hervorbringen kann. Vielleicht reicht es noch nicht, um eine derartige Szene vor Ort zu etablieren, „Downfall and Rebirth“ eignet sich jedoch hervorragend dafür, erneut am Bekanntheitsgrad der Band über die spanischen Grenzen hinaus zu schrauben.

Erste Versuche unternahmen Northland diesbezüglich schon mit dem selbstbetitelten Vorgängerwerk, „Downfall and Rebirth“ soll nun weitere Hörer in den Bann der sechs Mannen ziehen. Dafür tut die Band auch so einiges, denn das aktuelle Album strotzt nur so vor handwerklichem Geschick und Spielfreude.

Prominent platziert man abermals die Violine im musikalischen Vordergrund, die damit fast schon als Erkennungszeichen dient und der Band einen gewissen Wiedererkennungswert verleiht. Aber Achtung, dies muss man mögen, andernfalls könnte der Violinen-Einsatz auf Dauer zu aufdringlich und präsent wirken.
Bevor es auf der CD zu sanft und beschaulich zugeht, fügt man hier und da Doublebass-Attacken ein oder greift auf gutturalen Gesang zurück. Letzterer wirkt allerdings zu keinem Zeitpunkt zu dominant, sondern bildet eine gelungene und passende Ergänzung zum vorherrschenden Klargesang. Dieser wird zeitweise zudem von mehrstimmigen Backingvocals unterstützt. Jene hätten aber noch mehr Power vertragen können.

Insgesamt wirkt die soundtechnische und musikalische Mischung auf „Downfall and Rebirth“ allerdings sehr ausgewogen und für eine Eigenproduktion äußerst professionell. Stimmig reichen sich Folk-Elemente und harte Metal-Anleihen die Hand. Alles versehen mit eingängigen Melodien laden Northland somit zum mehrmaligen Hören ihres Albums ein.

Northland (Copyright: Northland)

Northland (Copyright: Northland)

Einen überraschenden Höhepunkt, der den Abwechslungsreichtum der Band unterstreicht, bildet schließlich die Ballade „Moonlight Spell“. Erstmals trifft man dabei auf weiblichen Gesang, der die akustische Inszenierung des Songs bereichert. Eine schöne Verschnaufpause von den oftmals sehr temporeichen Tracks, bei denen man noch verstärkter darauf achten sollte, nicht allzu ähnlich zu klingen.

Gelungen sind die Einleitungen der Songs, die in dieser Form ebenso für epische Soundtracks diverser Fantasyfilme genutzt werden könnten. Durch sie bauen sich die Tracks zusätzlich sehr gut und meist stimmungsvoll auf, um beispielsweise in brachiale Growl-Parts oder Drumgewitter zu münden.

Es ist sicherlich noch Luft nach oben, Northland befinden sich aber auf einem guten und richtigen Weg, den sie konsequent weiterbeschreiten sollten. 4 Sterne mit Tendenz nach oben und eine Hörprobe für alle wert, die melodischen Folk Metal mögen.

Tracklist

01 When Nature Awakes
02 Bloodred Sunrise
03 Together We Die
04 The Rite
05 Fury’s Unleashed
06 Duskriders
07 Spirit in Darkness
08 Whispers in the Wind
09 Downfall and Rebirth
10 Moonlight Spell
11 Newborn Star

Details

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Label: Eigenproduktion
Vö-Termin: 01.01.2015
Spielzeit: 54:40

Copyright Cover: Northland



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde