Review

Vom Metal geschwängerten Hardcore zum massenkompatiblen, stadiontauglichen Alternative Metal/Rock – so lässt sich der stilistische Werdegang der Band Normandie in groben Zügen skizzieren. Dieser führte die Schweden bis dato von einer jungen Nachwuchsband über rühmliche Klicks bei YouTube für ihre Coverversion zum Sia-Song „Chandelier“ bis hin zum amerikanischen Label InVogue, unter dessen Flagge man nun das Debütalbum „Inguz“ veröffentlicht.

Für die Produktion von „Inguz“ zeigt sich die Band aber noch selbst verantwortlich und für diese Eigenleistung verdienen Normandie großen Respekt, denn mit internationalen Standards kann sich das Quartett soundtechnisch durchaus messen lassen. Klar, druckvoll, ausgewogen und die Energie der Spielweise und Songs mehr als ausreichend an die Hörer transportierend laden die insgesamt zehn Titel von „Inguz“ zum Aufdrehen der Lautstärke ein und dürften durch ihre Klangqualität auch für diverse Radiosender attraktiv genug sein, um in den Playlists zu landen.

Dazu tragen zudem sowohl die kompakten Spielzeiten als auch die hohe melodische Ausrichtung der Titel bei.
Eingängig, aber dennoch sehr variabel zeigen sich Normandie auf der gesamten Albumlänge von ihrer besten Seite und öffnen sich durch das harmonische Verhältnis von harten und ruhigen Passagen einer breiten Hörerschaft, die auch jene umfassen wird, die normalerweise nicht viel mit stimmlichen gutturalen Nuancen anfangen können. Klargesang und „geshoutete“ Parts werden derart gelungen miteinander kombiniert, dass sie Abwechslung bringen. Gleichzeitig spiegelt die musikalische Ebene die gesangliche Wechselwirkung von hart und soft perfekt wider. Stimmiger hätten Normandie ihre Songs nicht arrangieren können.

Bei all den härteren Sequenzen, anhand derer man die musikalischen Ursprünge der Band noch deutlich erahnen kann, garantieren die einzelnen Tracks starkes Ohrwurmpotenzial. So ist „Inguz“ ein Kandidat, der des Öfteren den Weg in den Player finden wird.

Songwriting, Produktion, ein Händchen für eingängige Titel oder die passende Integration dezenter elektronischer Elemente – Normandie ist eine weitere Band aus Schweden, die beweist, dass man in diesem Land ganz genau weiß, wie Musik zu schreiben und komponieren ist, um Erfolg versprechende Veröffentlichungen zu gewährleisten.

Normandie (Copyright: Normandie)

Normandie (Copyright: Normandie)

Entsprechend hinfällig ist es, konkrete Anspieltipps von „Inguz“ zu nennen, denn hier trifft man mit jedem Track den Nerv des Hörers. Das moderne Klanggewand sorgt dafür, dass auch ein mehrmaliges Abspielen nicht langweilig wird.

Ob also nun Alternative Metal/Rock, Modern Metal oder welche andere Bezeichnung man letztlich auch für Normandies Schaffen verwenden möchte, fest steht: „Inguz“ ist ein starkes Debüt, das die Messlatte für alles Folgende im Laufe der noch jungen Bandgeschichte sehr hoch setzt.

Video

Tracklist

01 Fight
02 Awakening
03 Collide
04 Believe
05 Loop Hole
06 The Deep Cold
07 Calling
08 Starting New
09 The Storm
10 Epilogue

Details

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Label: InVogue Records
Vö-Termin: 04.03.2016
Spielzeit: 34:51

Copright Cover: InVogue Records



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde