Review

Hört man sich das vorliegende Album „Elm“ des Dark Ambient/Folk Projekts NOÊTA an, findet man sich vor dem inneren Auge sogleich – mystisch verzaubert – in dunklen Wäldern wieder.

Die acht Tracks sind anmutig, sie verzaubern, aber sie fallen auch schwer und tragisch aus. Genau das scheint auch die Absicht hinter diesem Konzept gewesen zu sein.

Zum Konzept

Dem Duo um Êlea aus Norwegen und dem Multitalent Ândris aus Schweden gelingt es erfolgreich, neben den „metallenen“ Sounds auch Klangwelten zu erschaffen, die in der Tat an moosbedeckte Steine erinnern und man glaubt, durchaus auch einen Herzschlag hören zu können. Daher ist die eigene Namensgebung in diesem Zusammenhang erwähnenswert; bezieht dieser sich aus der altgriechischen Philosophie und bedeutet so viel wie „universeller Gedanke“. Diese Idee spiegelt sich deutlich in ihrer Soundkreation wider.

Das vorliegende Konzept „Elm“ arbeitet mit Emotionen und basiert im weiteren Sinne auf dem gleichnamigen Gedicht der amerikanischen Autorin Sylvia Plath, welche darin versucht, ihre Depressionen zu verarbeiten und sich bedauerlicherweise kurz nach Vollendung dieses Poem das Leben nahm. Êlea erläutert dazu, dass es durchaus auch ihre eigenen Kämpfe wiedergebe und ihre eigene Vision spiegle.

Die düstere Atmosphäre zieht sich durch alle acht Titel des Albums und so unterscheiden sich diese wenig voneinander, ergeben aber gleichzeitig eine anziehende Faszination und man wünscht sich mehr „Geschichtenerzählung“.

Die Songs

Gleich zum Einstieg wird der Hörer bei „Dawn Falls“ mit Gitarren und dem lieblichen und zweistimmigen Klang von Êleas Stimme begrüßt.

Der Folgetitel „As I Fall Silent“ kommt in Teilen instrumental daher, aber mehrspuriger Klang wird auch hier verwendet.

Êlea von NOÊTA (Copyright: William Faucher)

„Disillusion“ spricht für sich. In dem von Klaviertönen beherrschten Song halten erneut Mehrfachklänge Einzug. Die Balance ergibt eine atmosphärische Stille, die unter die Haut geht.

„Above And Below“ scheint sich musikalisch auf ein Auf und Ab zu beziehen und wird ebenso umgesetzt. Der Zuhörer steht einer klangvollen Welle gegenüber, die durch den Gesang untermalt wird und etwas „Licht“ in die Düsternis bringt.

„Fade“ verwischt auch klanglich sehr sphärisch, geht über in den ebenso wunderbaren Titel „As We Are Gone“ und mutet mit dem Vogelgesang etwas fröhlicher an.

Der titelgebende Song ist flüsternd und klangvoll zugleich und reicht sich mit dem abschließenden „Elm II“ die Hand. Während bei „Elm“ die grazile Stimme Êleas noch doppelt dominiert, wird das, was hier beginnt, in Teil II fortgesetzt: Der Flüstergesang.

Fazit

Das Album ist insgesamt stimmig, berührt und kann sich hören lassen. Fans von mystisch-elysischen Klangwelten kommen voll auf ihre Kosten. Abzug gibt es allerdings dafür, dass das Konzept verschwimmt. Hörer, die sich dem erstmals „aussetzen“, könnten in der Ähnlichkeit der Tracks schnell versumpfen.


Elm

Video

Tracklist

01 Dawn Falls
02 As I Fall Silent
03 Disillusion
04 Above And Below
05 Fade
06 As We Are Gone
07 Elm
08 Elm (II)

Details

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Label: Prophecy Productions
VÖ-Termin: 23.04.2021
Spielzeit: 38:14

Copyright Cover: Prophecy Productions / Aron Mattsson



Über den Autor

Daggy
Es war einmal...vor langer Zeit..., ein Mädel aus Bayern, das den Sprung von einer katholischen Klosterschule schaffte und ans andere Ende Deutschlands reiste. Dort absolvierte sie als eine der ersten Frauen ihren Dienst bei der Marine. Von dort aus führte ihr Weg zu ihrem jetzigen Job, der sie seither rund um die Welt führt. So lebte sie bisher in den USA (Atlanta), Berlin (ohnehin ihre Wahlheimat), Indien (Mumbai) und derzeit China (Peking). Dabei ist das Reisen, als auch das Fotografieren ein wesentlicher Teil von ihr. Das Ganze wird untermalt von ihren "exzessiven" Konzert- und Festivalbesuchen, denn Musik öffnet überall auf der Welt Tür und Tor.