Review

Scheinbar selbstbewusst zeigt man sich mit seiner Musik, wenn man eine EP mit nur zwei Songs veröffentlicht. „Beyond Memory“ beinhaltet technisch vier Titel, allerdings handelt es sich bei den anderen beiden Tracks um Remixe. Die Solo-Künstlerin NINA bringt Synthie-Wave vermischt mit einer Menge Pop in die Anlagen. Hauptsächlich vorlegen möchte sie mit dem Titeltrack „Beyond Memory“ und „Purple Sun“.

Gleich zu Beginn wird einem der Retro-Rave-Sound auffallen, mit dem NINA ihre Hörer begrüßt. So schwebt man auf knarzigen Synthie-Wellen herauf zum Chorus und über einen teilweise minimalen Sound, den die Sängerin vor allem mit ihrer Stimme ausfüllt. Gleichermaßen werden die Trommelfelle von den dezenten Drums massiert.

NINAs Organ besitzt die klassische Brise an Harmonie und sorgt für ein sanftes Umschmeicheln der Ohren. Tief im Kern dazu noch etwas Soul. Besonders auf „Purple Sun“ werden die Worte nur so gehaucht.

Dieser Song distanziert sich etwas mehr von den anfänglichen Klängen und orientiert sich schon fast an die atmosphärischen Beats der 60er. Obwohl der Song vielmehr als Ballade gemeint ist, kommt der Remix um einiges besser rüber. Dabei fügt man hier nur ein paar pumpende Drum-Beats mehr ein. Im Gegensatz zum Original tröpfelt man hier aber nicht so sehr vor sich hin und die Klavier-Samples fügen sich besser in den Kontext ein.

„Beyond Memory“ als Remix bietet einen deutlichen Kontrast zu dem eigentlich angestrebten Sound. Der Einfluss von House ist in diesem Mix stark ausgeprägt und verwandelt den Song in etwas, was auf die Tanzfläche gehört.

Rückblickend betrachtet muss man allerdings sagen, dass diese EP nichts allzu Prägnantes an sich hat. Die Versuche, besonders durch den Pop-Anteil catchige Passagen zu kreieren, sind natürlich vorhanden, aber der Knoten platzt erst nach dem zweiten oder dritten Durchlauf. Eigentlich hinterlässt nur „Beyond Memory“ einen bleibenden Eindruck und das auch lediglich durch den gut arrangierten Beat.

NINA (Copyright: Chi Yan)

NINA (Copyright: Chi Yan)

Selbst „Purple Sun“ bedient sich an allerlei Klischees, um einen einigermaßen poppigen Anschein zu machen. Dabei ist es nicht einmal die musikalische Leistung, die dem Ganzen hier im Weg steht. Die Stimme ist sogar wie dafür geschaffen, im Radio rauf und runter zu laufen. Gleiches gilt für die saubere Produktion, die durchaus eine große Breite an Zuhörern erreichen könnte.

Am Ende bleibt aber trotzdem der Durchbruch aus, der „Beyond Memory“ in einen Ohrwurm verwandelt, den man auch Tage danach nicht mehr aus dem Kopf kriegt. Die Remixe taugen da schon mehr, aber ob das dann für die eigenen Songs spricht, sei mal dahingestellt. Sicherlich werden sich viele Hörer für NINA finden, aber für den Wow-Effekt reicht es leider noch nicht.

Video

Tracklist

01 Beyond Memory
02 Purple Sun
03 Purple Sun (Oscillian Sun Dream Remix)
04 Beyond Memory (Liam Keegan & Nilesh Parmar Remix)

Details

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Label: Aztec Records Ltd / Labelworx
Vö-Termin: 27.05.2016
Spielzeit: 15:05

Copyright Cover: Aztec Records Ltd



Über den Autor

Christopher