Review

Narbeleth ist ein Ein-Mann Black Metal Projekt aus Kuba.
Das aktuelle Album „A hatred Manifesto“ ist bereits sein zweiter Longplayer, der direkt und ohne Geschnörkel durch den Track „Total Isolation“ eröffnet wird. Die Mischung aus schneller Musik und fast gesprochenen Growls, die rhythmisch zunächst nicht zueinanderpassen wollen, ist – wenn man sich an dieses Konzept gewöhnt hat – durchaus interessant. Leider ist die Musik ein wenig öde aufgebaut, sodass sich recht schnell Langeweile breitmacht.

„Breathing a Wind of hatred“ startet in dieser Hinsicht deutlich vielversprechender. Die Idee, die musikalische Struktur und den Gesang in einen krassen Kontrast zu stellen, wird von Narbeleth fortgesetzt und funktioniert nach wie vor durchaus. Musikalisch ist bei „Breathing a Wind of hatred“ deutlich mehr Abwechslung geboten, was in der Tat gefällt. Immer wieder gibt es kurze instrumentale Zwischensequenzen, die das Geschehen auflockern. Warum nicht gleich so?

Der Black Metal ist ja schon seit jeher für seine lebensbejahenden und sympathischen Songtitel bekannt. Daher fügt sich das nun aus den Boxen dröhnende „Fuck Off“ auch namentlich schön in das Genre und dieses Album ein. Dieser Track variiert ziemlich stark in der Geschwindigkeit, was aber leider nur mäßig umgesetzt wurde. Es wird nämlich immer wieder extrem abrupt gewechselt, Übergänge finden quasi nicht statt. Das hätte man viel eleganter lösen können.

„Posercorpse“ startet unerwartet melodisch. Umso heftiger wirken die extremen Growls, die nach wenigen Sekunden in die musikalische Atmosphäre brechen und diese gänzlich ins Böse wandeln.
Bei dieser Nummer sind die wieder enthaltenen Geschwindigkeitswechsel eleganter ausgefallen als bei „Fuck Off“. Zudem wird immer wieder für Abwechslung gesorgt, was dazu führt, dass „Posercorpse“ der tatsächlich beste Song dieser Scheibe ist.

„Nyx“ ist der Titel des letzten Tracks auf „A hatred Manifesto“. Abermals greift Narbeleth zu extremen Mitteln, um möglichst böse zu klingen und abermals geht dieser Schuss nach hinten los, da auch diese Nummer insgesamt zu eintönig ist.

Narbeleth (Copyright: Narbeleth)

Narbeleth (Copyright: Narbeleth)

Das Problem bei Ein-Mann-Projekten im Black Metal – von denen es sehr viele gibt – ist, dass niemand ein absolutes Multitalent ist. Bei Narbeleth merkt man zum Beispiel sehr schnell, dass die Drums bei jedem Song fast gleich klingen und in nahezu der gleichen Geschwindigkeit gespielt werden. Dadurch kommt es, wenn man dieses Album am Stück durchhört, extrem schnell zu Langeweile, obwohl die Gitarren beispielsweise recht abwechslungsreich sind.

Für sich genommen bilden die Songs eine leichte Wellenbewegung, echte Highlights fehlen, qualitative Tiefpunkte hingegen gibt es einige. Daher ist diese Scheibe wohl nur etwas für Sammler seltener Bands oder eben jene, die sich mit genau diesem Stil anfreunden können.

Tracklist

01 Total Isolation
02 Breathing a Wind of hatred
03 Fuck Off
04 Rotten to the Core
05 Land of the Heathen
06 Posercorpse
07 Nihilistic Propaganda
08 Nyx

Details

Narbeleth – Facebook

Label: Folter Records
Vö-Termin: 16.05.2014
Spielzeit: 30:09

Copyright Cover: Folter Records



Über den Autor

Stefan †
Die Lücke, die Stefan als Magazinmitbegründer, Administrator, Redakteur und Freund durch seinen plötzlichen und viel zu frühen Tod im Dezember 2014 hinterlässt, bleibt groß. Er wird immer in unseren Herzen und ein Teil des DeepGround Magazines bleiben.