Review

Gibt es jemanden, der diese Band nicht kennt? Napalm Death müssten doch mittlerweile jedem Metalfan etwas sagen, auch wenn sie eher aus dem Punk-Grindcore-Bereich kommen.
Gegründet 1981, stehen sie spätestens mit „Scum“ für kompromisslose Hau-drauf-Mucke mit einer gewissen Raffinesse. Auf „Apex Predator – Easy Meat“ bescheren uns die Jungs rund um Barney wieder ein Happy Meal aus schnellen Riffs und grindigem Gebrüll. More of the same?
Ganz und gar nicht. Napalm Death sind zwar nicht jedermanns Fall, aber hier ist für jeden etwas dabei. Wo früher eher das punkige Chaos regierte, ist heute der Death Metal eingezogen und so können wir uns über eine Menge Blastbeats und ein paar rockige Einlagen freuen.

Der Sound ist angenehm roh und trägt ungemein zum Charme der Band bei.

„Dear Slum Landlord“ kommt mit orchestralem Gesang daher und bietet ein verträumtes Klangbild. Zum Auflockern der sonst sehr schnellen Songs ist das grandios gewählt. Dazu sei gesagt, dass man jetzt bereits die Hälfte der Platte durch hat. Willkommen im Grindcore!

Allgemein hatten die Riffs von Napalm Death schon immer etwas sehr Treibendes und trotz des herrschenden Chaos‘ waren die Songstrukturen schon immer ordentlich, so auch auf „Apex Predator – Easy Meat“.
„Cesspits“ geht zum Beispiel total nach vorne und drückt. Ab der Mitte lassen die Jungs ein Death Metal Gewitter los, wie man es häufiger erlebt.

Napalm Death (Copyright: Napalm Death)

Napalm Death (Copyright: Napalm Death)

Okay, man muss wirklich sagen, dass der Stil der aus Birmingham stammenden Chaoten, wie eingangs erwähnt, nicht jedem gefällt und man die Platte vielleicht einmal mehr hören sollte, bis sie endlich zündet. Dann dürfte aber auch jeder Kritiker überzeugt sein, dass Napalm Death auch nach über 30 Jahren Bandgeschichte noch viel Power abliefern und ihrer Musik neue Elemente hinzufügen.
„Beyond The Pale“ hat mich beispielsweise an die modernen Mannen von Benighted erinnert. Fieser Gesang und grindige Riffs à la „Hostile“.

Fazit: Viel gibt es nicht mehr zu sagen. Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich nie ein großer Napalm Death Fan war, allerdings hat es mir „Apex Predator – Easy Meat“ angetan. Diese Energie, die hier verströmt wird, dieses kontrollierte Chaos und das rohe Material machen die neue Scheibe definitiv zu einer der wichtigsten Platten im Januar. Fans brauchen gar nicht zu überlegen. Alle anderen sollten unbedingt ein Ohr riskieren und eventuell mal bei einem Livekonzert vorbeischauen.

Tracklist

01 Apex Predator – Easy Meat
02 Smash A Single Digit
03 Metaphorically Screw
04 How The Years Condemn
05 Stubborn Stains
06 Timeless Flogging
07 Dear Slum Landlord
08 Cesspits
09 Bloodless Coup
10 Beyond The Pale
11 Stund Your Growth
12 Hierarchies
13 One-Eyed
14 Adversarial / Copulating Snakes

Details

Napalm Death – Homepage
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Napalm Death
– Twitter

Label: Century Media
Vö-Termin: 26.01.2015
Spielzeit: 40:04

Copyright Cover: Century Media



Über den Autor

Marcus