Review

„You Will Never Be One Of Us“, so beginnt die gleichnamige Platte der Hardcore-Grinder Nails. Ohne viel Schnickschnack reißen die Jungs rund um Todd Jones alles ab. In bester Napalm Death-Manier bleibt es politisch, selbstkritisch und voll nach vorne. Ihr Hardcore/Grindcore-Mix, der sich oftmals mit Death Metal paart, ist roh, fies und schnell. Mit dieser Platte greifen Nails 2016 an. Todd sagt ganz klar, dass dies genau der Typ Musik ist, den er schon immer machen wollte. Ob das auf Wohlgefallen trifft, besprechen wir heute.

Die erste Assoziation, die dem Hörer in den Sinn kommen mag: Napalm Death mit noch mehr Energie. Aus dieser Platte spricht der pure Hass. Nicht im Stil von Manège Noir, sondern eher im Stil von Hatebreed und ein wenig (nur die schnellen Death Metal-Parts) The Partisan Turbine.

Der Sound überlagert sich hier und da, aber in diesem Fall kommt das eher dem Stil der Band zugute. Die Punk-Attitüde mit vielen nervigen Riffs und Humpa-Beats gefällt hingegen nicht jedem. Nails schaffen es aber, das zu durchbrechen und für Abwechslung zu sorgen. In „Violence Is Forever“ hört man ganz klar die Death Metal-Note der Band heraus. Bands wie Misery Index klingen da bei mir im Ohr, allerdings in ihren älteren Tagen. Es wird schnell, es wird slammig und dabei immer interessant, denn die Intensität, mit der die Band an den Start geht, ist ziemlich massiv. Aushängeschilder bleiben natürlich der Titeltrack „You Will Never Be One Of Us“ sowie die Videoauskopplung „Savage Intolerance“. Gerade der Endpart von „Savage Intolerance“ reißt so ziemlich alles nieder, was gerade noch stand. Todd kommt mit dermaßen viel Wut um die Ecke, dass man ihn gerne mal bremsen würde. Stille Wasser sind eben doch tief.

Soundtechnisch wirkt es manchmal – wie bereits erwähnt – etwas verschwommen bzw. so, als ob eine nicht klar definierte Soundgewalt auf den Hörer niederregnet. Oftmals ist dies kein Problem, doch der Unterschied zwischen dem Konsum via Stereoanlage und Kopfhörer zeigt, dass man sich die Löffel lieber abdecken und sein Lieblingspaar Headphones aufsetzen sollte. Andernfalls geht zu viel der Platte verloren.

Nails (Copyright: Jimmy Hubbard)

Nails (Copyright: Jimmy Hubbard)

Da das ganze Album nur ca. 22 Minuten lang ist, womit der Grindfaktor voll erfüllt wurde, hat man kaum Zeit, sich das Album in Ruhe zu Gemüte zu führen, da gar nicht so viel zu hören ist. Die beiden Sahnestücke sowie der Endtrack stechen noch etwas hervor, doch die restlichen Tracks fliegen förmlich an einem vorbei. Das ist schade, denn diese Energie könnte man natürlich für noch viel mehr nutzen. Nun gut, deshalb sind die Songs auf der Scheibe ja nicht gleich schlecht.

Die Band wird zudem immer stark mit dem Hardcore in Verbindung gebracht, was nicht so richtig nachvollzogen werden kann. Eher gleicht die Band einem Bastard aus Grind, Hardcore und Death Metal.

Nails bringen mit „You Will Never Be One Of Us“ eine sehr energie- und hasserfüllte Platte raus. Ihr Sound ist dreckig und kraftvoll. So auch die Songs, die extrem nach vorne preschen. Einzig die grindige Länge ist ein Wermutstropfen.

Fans der Band greifen zu, alle anderen sollten sich zumindest die Singleauskopplungen anhören und danach entscheiden. Anger like you mean it!

Video

Trackliste

01 You Will Never Be One Of Us
02 Friend To All
03 Made To Make You Fail
04 Life Is A Death Sentence
05 Violence Is Forever
06 Savage Intolerance
07 In Pain
08 Parasite
09 Into Quietus
10 They Come Crawling Back

Details

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Label: Nuclear Blast
Vö-Termin: 17.06.2016
Spielzeit: 21:44

Copyright Cover: Nuclear Blast

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Über den Autor

Marcus
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