Review

Nachtsucher haben 2016 ihr Debütalbum „Komm mit mir“ auf den Markt gebracht. Nun folgt mit „Wenn Seelen sterben“ das zweite Album der Dark Rock Band aus Hannover.

Unter dem Banner des bandeigenen Labels Tiefklang Records erblicken zehn neue Songs das Licht der Musikwelt. Jene kündigt das Quartett wie folgt an:

Voller Abwechslung in Komposition, Dynamik und instrumentaler Gestaltung, gleichen auch die Themen der Songs jener wohlbekannten Achterbahn- und Irrfahrt des Lebens, das mit jedem macht, was es will. Doch nehmen die Nachtsucher dieses Schicksal nicht einfach hin und fordern unnachgiebig auf, die Hoffnung auf ein besseres Danach nicht aufzugeben!

Die Songs

Den Beginn dieser musikalischen Reise markiert der Song „Angst“, zu dem bereits ein Musikvideo veröffentlicht wurde. Das Intro des Tracks erinnert mit seinem Xylofon und Streichern an ein Kinderlied. Besagte Streicher ziehen sich anschließend durch den gesamten Song, und es gesellen sich auch Klavierklänge hinzu. Auffallend ist die Reimstruktur des Songs. Allerdings hätte die Instrumentierung des Stücks insgesamt ruhig etwas härter ausfallen können.

Nach einem Mix aus NDH und Synth-Rock klingt indes der folgende Titel „Kein Erbarmen“. Der Gesang im Refrain ist hart und rockig, flacht jedoch in den Strophen wieder ab und wirkt dadurch etwas langweilig.

Von harten Gitarrenriffs ist das Intro zu „Wonach Du suchst“ geprägt. In den Strophen wird der Gesang minimalistisch vom Schlagzeug und Synthesizer begleitet. Im Refrain kommt dann wieder die Gitarre hinzu, um die restliche Instrumentierung zu ergänzen.

Melancholisch wird es mit dem Titeltrack des Albums. Negativ fällt hier allerdings das Schlagzeug auf, das im gesamten Song sehr künstlich und blechern klingt und an eine schlechte Aufnahme aus einem Heimstudio erinnert.

Mit einem guten Beat folgt dagegen „Lösch das Licht“. Leider wirkt das Ganze durch das Keyboard etwas überlagert. Auch wenn in den Strophen das Schlagzeug gut zur Geltung kommt, klingt erneut die gesamte Aufnahme der Instrumentierung sehr blechern und künstlich.

Überzeugend schließt sich „Dein Fleisch und Blut“ an, das mit düsteren Elektro-Sound und knallenden Drums eingeleitet wird und einen eingängigen Refrain ausweist. Die Instrumente liefern einen rockigen Sound, der überzeugt.

Nachtsucher (Copyright: Nachtsucher)

Das sphärisch und doch schwerfällig beginnende „Für Dich im Licht“ ist gegen Ende noch eine kleine Überraschung, klingt der Gesang in diesem Song doch ganz anders als in den restlichen Tracks. Denn nicht so tief und fast schon lieblich ertönt die Stimme, während Klavier und Streicher den Gesang in den Strophen begleiten.

Den Abschluss des Albums bildet schließlich der Track „Auf Dein Zeichen“, welcher zu den emotionalsten Songs auf diesem Album gehört. Die abgehackten Gitarrenriffs prägen den Sound in den Zwischenparts. Untermalt wird das Ganze von sphärischen Synthesizern.

Fazit

Die tiefe, fast schon brummelnde Stimme von Sänger Christian Fink ist gewöhnungsbedürftig und läuft in einigen Titeln Gefahr, langweilig zu klingen. Dies ist jedoch eine reine Geschmacksfrage des einzelnen Hörers. Über die verzerrt und eher blechern klingenden Aufnahmen ab dem dritten Song lässt sich hingegen weniger streiten.
Überzeugen können Nachtsucher aber immer dann, wenn es härter zur Sache geht. Davon beim nächsten Mal gerne mehr!

Video

Tracklist

01 Angst
02 Kein Erbarmen
03 Wonach Du suchst
04 Wenn Seelen sterben
05 Lösch das Licht
06 Dein Fleisch und Blut
07 Lach mich aus
08 Für Dich im Licht
09 Der Wind
10 Auf Dein Zeichen

Details

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Label: Tiefklang RecordsFBP Music
Vö-Termin: 13.03.2020
Spielzeit: 42:35

Copyright Cover: Tiefklang-Records



Über den Autor

Selina
Selina
Carpe Noctem