Review

Nach ihrem 2018 erschienenen Album „Unter Wölfen“ meldet sich die Band Mystigma mit ihrem nunmehr sechsten Studioalbum „Gebete“ zurück.

Mystisch und gewohnt brachial präsentiert die vierköpfige Band darauf ihre zwölf Gebete. Unterstützt werden sie dieses Mal von Backgroundsängerin Tina Frank, welche auch schon für Eisbrecher tätig war. Ihre Stimme fügt sich harmonisch in die Songs ein und lässt sie dadurch einmal mehr glänzen.

Die Songs

Das Intro des Openers „Schockraum“ gestaltet die Band sowohl melancholisch als auch mit einer Energie, welche die Hörerschaft sofort in seinen Bann zieht. Leider stellen sich Gitarre und Stimme sehr in den Vordergrund, was die Magie des Songs etwas zerstört. Dennoch kommt die Message gut an und der Refrain besitzt Ohrwurmqualitäten.

Der nachfolgende Song „Wie ein Gebet“ überzeugt hingegen mit Stimme, Text und musikalischer Untermalung auf ganzer Linie. Die Klaviertöne am Schluss sorgen nochmals für ein wunderbares Hörerlebnis.

Ein Text, der unter die Haut geht, wird in „Wenn Gewalt die Stille bricht“ präsentiert. Hier harmoniert einfach alles. Neben den starken Gitarrenriffs bildet vor allem der gefühlvolle Gesang ein Highlight des Tracks.

Die gesangliche Qualität kann auch im rockigen Stück „Erlösung“ überzeugen. Zusätzlich sorgen die Eingängigkeit des Refrains und die starke Melodie für die Strahlkraft des Songs.

Literarisch wird es dann mit „Herzakkord“. Das Lied ist an Patrick Süskinds „Das Parfüm“ angelehnt und nimmt die Hörer:innen mit auf eine musikalische Reise. Dabei bewegt sich der Song zwischen Genie und Wahnsinn und fasziniert dadurch.

Einen schönen Flow besitzt „Morpheus“. Der klare Gesang und die fast hymnische Melodie dringen sofort ins Ohr, während die mittig einsetzenden Gitarrenriffs für Gänsehautgefühle sorgen. Die Mischung aus brachialem Rocksong und gefühlvollem Text weiß außerdem zu begeistern.

Mystigma (Copyright: Mystigma)

Ein besonderes Klangerlebnis bietet die finster-balladeske Hymne „Charon“, die neben einem gesanglich schön interpretierten Text auch die Melodie sprechen lässt. Ein Song, den man öfters auf sich wirken lassen kann und dabei immer wieder neue Facetten entdeckt.

Als Abschluss und zugleich als Huldigung an vergangene Zeiten präsentiert das Quartett mit dem Gothic lastigen „Sacrificed“ eine Coverversion der schwedischen Death Metal Band Edge of Sanity. Besser hätte man diesen Titel – bandtypisch – nicht umsetzten können

Fazit

Mystigma vergleichen sich selbst mit einem guten Wein, der mit den Jahren an Aroma und Qualität gewinnt. Ähnlich verhält es sich mit dem neuen Album „Gebete“. Beginnt der Silberling noch mit kleinen Schwächen, gelingt es der Band mehr und mehr, in ihren Texten persönliche Einblicke zu gewähren. Die Messages kommen meistens – im Einklang mit der Musik – bei der Hörerschaft an und das Album entwickelt sich zu einem kleinen Meisterwerk.


Gebete

Video

Tracklist

01 Schockraum
02 Wie ein Gebet
03 Wenn Gewalt die Stille bricht
04 Lebenslänglich
05 Erlösung
06 Prophet
07 Testament
08 Herzakkord
09 Unter die Haut
10 Morpheus
11 Dornenmensch
12 Charon
13 Sacrificed

Details

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Label: Timezone Records
Vö-Termin: 22.10.2021
Spielzeit: 57:21

Copyright Cover: Timezone Records



Über den Autor

Jasmin
Musik ist Balsam für meine Seele