Review

Wer das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum bereits besucht hat, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch die Band Mr. Hurley & Die Pulveraffen schon einmal live erlebt haben, denn diese Kombo gehört beinahe zum Inventar des MPS. Aber auch Freunde des gepflegten maritimen, piratenbasierten Folk Rock werden sicherlich diese Truppe kennen.

Solltet ihr dies noch nicht tun, wird es höchste Zeit, denn sie servieren in angenehmen Abständen unterhaltsame Tonträger. Den neuesten, genannt „Plankrock“, nehmen wir nun einmal unter die berühmte Lupe.

Eröffnet wird das Album durch ein instrumentales Intro, welches vor allem Kennern der Band auffallen wird, denn es entwickelt sich streckenweise in eine ungewohnt schnelle und rockige Richtung.

Diese ist auch durchaus beabsichtigt, denn auf „Plankrock“ finden sich neben einigen neuen Stücken auch bereits bekannte Songs von Mr. Hurley & Die Pulveraffen – und zwar in neuem Gewand. So kommt einem schon der erste Song „Geißel der See“ durchaus bekannt vor, jedoch hat diese Nummer in der vorliegenden Version eine deutlich intensivere Dynamik verpasst bekommen. Soll heißen: Er geht mehr ab, sodass es der perfekte Opener ist.

Weiter geht es mit der „Ode an die Lightning“. Hierbei handelt es sich um eine eingängige Hymne, die man auch mit einem recht hohen Alkoholpegel wunderbar mitlallen kann. Das Ganze sollte man in einer möglichst hohen Lautstärke tun.
Wie man es von Mr. Hurley & Die Pulveraffen kennt, besticht dieser Titel nicht nur auf musikalischer Ebene, sondern macht auch inhaltlich eine Menge Spaß, was vor allem an den zahlreichen, gut formulierten Wortwitzen liegt.

Mr. Hurley & die Pulveraffen (Copyright: Evangeline Cooper)

Mr. Hurley & die Pulveraffen (Copyright: Evangeline Cooper)

Fast jede Band, die etwas auf sich hält, hat diesen einen Song im Repertoire. Den Song, den jeder Fan in- und auswendig kennt und der Pflicht auf jedem Konzert ist. Bei Mr. Hurley & Die Pulveraffen ist es „Blau wie das Meer“. Diese Hymne bekommt man bereits nach dem ersten Hören nicht mehr aus dem Kopf. Der Text – insbesondere der Refrain – ist sehr leicht zu merken, sodass man sich schnell dabei erwischt, dieses Teil – zum Leidwesen der Nachbarn – inbrünstig mitzusingen (insbesondere mit dem Playmobil Piratenschiff in der Badewanne bietet sich dies aus Gründen der Authentizität an). In der auf „Plankrock“ enthaltenen rockigen Version macht dieser Song mindestens genauso viel Spaß wie in der altbekannten, akustischen Variante.

Nach weiteren Highlights markiert „Gold allein“ schließlich das Ende dieser kleinen, aber durchaus feinen Scheibe. Dieser Track ist ein typischer „Kneipensong“. Im Fokus steht das wunderbare Schifferklavier, welches zum gemütlichen Schunkeln einlädt. Sehr gekonnt wirkt die stimmige Integration einer E-Gitarre, die sogar ein kleines Solo unterbringen darf. Ein sehr schöner, fast ein wenig balladesker Ausklang.

„Plankrock“ ist zwar „nur“ eine EP und enthält größtenteils bereits bekannte Titel, dennoch ist diese Scheibe als Highlight zu betrachten. Erstmals haben sich Mr. Hurley & Die Pulveraffen auf eine rockige Instrumentierung eingelassen und die steht den enthaltenen Songs extrem gut. An „Plankrock“ kann man sich so schnell nicht satthören, weshalb die Höchstpunktzahl unumgänglich ist.

Video

Tracklist

01 Intro
02 Geißel der See
03 Ode an die Lightning
04 Die Legende von Daisy Jones
05 Blau wie das Meer
06 Auf den Captain
07 Küss mich, ich hab Skorbut
08 Gold allein

Details

Mr. Hurley & Die Pulveraffen – Homepage
Mr. Hurley & Die Pulveraffen – Facebook

Label: Timezone Records
Vö-Termin: 14.11.2014
Spielzeit: 30:33

Copyright Cover: Timezone Records



Über den Autor

Stefan †
Stefan †
Die Lücke, die Stefan als Magazinmitbegründer, Administrator, Redakteur und Freund durch seinen plötzlichen und viel zu frühen Tod im Dezember 2014 hinterlässt, bleibt groß. Er wird immer in unseren Herzen und ein Teil des DeepGround Magazines bleiben.