Review

This collection of songs is extremely important to us, and we have poured every ounce of ourselves into them.

So schreibt die hierzulande noch recht unbekannte Band Movements auf ihrer Facebookseite über ihr zweites Album mit dem Titel „No God Left To Give“. Ebenfalls dort bezeichnet sich das Quartett aus Südkalifornien selbst als „Loud & Sad“. Da stellt sich nun die Frage, ob die Songs auf dem aktuellen Album auch eher laut und traurig sind.

Die Titel handeln in jedem Fall von einer Art Selbstfindung, von mentaler Gesundheit und von gescheiterten Beziehungen. Klassisch für die Emo-Richtung. Ob die 12 Songs auch musikalisch die Erwartungen erfüllen, klären wir jetzt.

Die Tracks

Als Opener hat die Band den Titel „In My Blood“ gewählt. Die cleanen Gitarrenparts bekommen jedoch kaum Spielraum, um tonal nach oben oder unten auszureißen, und legen sich wie eine Art Teppich unter den melancholischen Gesang. Der Song ist extrem ruhig und wirkt etwas träge.

„Skin To Skin“ ist zu Beginn durch seine Melodieführung fast schon flippig und daher recht eingängig. Da sich diese Melodie aber fast durch den gesamten Song zieht, wirkt er auf Dauer etwas langweilig.
Dasselbe Schicksal ereilt auch den geheimnisvoll eingeleiteten Titel „Living Apology“. Denn gefühlt besteht auch dieser Song aus dem gleichen Melodieablauf.

Abwechslungsreicher fällt hingegen „Don’t Give Up Your Ghost“ aus. Der Song ist sehr basslastig und immer wieder ist ein Klavier zu hören. Gesanglich und musikalisch bäumt sich die Lautstärke zum Refrain hin stetig auf.

Auch „Tunnel Vision“ bekommt etwas mehr Geschwindigkeit verpasst und klingt insgesamt härter als die vorherigen Tracks. Mit halbwegs harten Gitarrenriffs wartet zudem „Garden Eyes“ in den Strophen auf. Diese werden aber dann in den Refrains durch die gesamte Instrumentierung abgemildert.

Movements (Copyright: Movements)

Bei „12 Weeks“ steht sogar die akustische Gitarre im Vordergrund. Hervorzuheben ist hier auch der Bass, welcher recht dominant auftaucht. In „Santiago Peak“ wird die akustische Gitarre mit der E-Gitarre kombiniert, wobei letztere größtenteils clean gespielt wird. Auch der Gesang bleibt permanent clean, sieht man von kurzen wiederkehrenden Tönen ab, die nach Screams klingen.

In „Moonlight Lines“ haben die Drums dann einiges zu tun und der Track ist relativ schnell. Zudem gibt es hier eine Art Sprechgesang, der mit Backgroundgesang unterstrichen wird.

Der Titeltrack „No Good Left To Give“ kommt erneut ruhiger daher und erinnert gar an einen langsamen Walzer. Hier dominiert das Piano und vermittelt eine schwere Melancholie.

„Love Took The Last Of It“ ist hingegen wieder etwas schneller und suggeriert eine positive Stimmung zum Abschluss des Albums. Gleichzeitig könnte man sagen, dass dies sogar der beste Song auf dem Album ist.

Fazit

Sowohl musikalisch als auch textlich passt „No Good Left To Give“ schon ganz gut in die Emo-Ecke. Wie eingangs bereits geschrieben, sind hier Themen wie Selbstfindung, mentale Gesundheit und gescheiterte Beziehungen ein großer Bestandteil der Lyrics. Man merkt, dass diese Themen die Band stark geprägt und beschäftigt haben. Gesanglich werden die damit einhergehenden Emotionen gut an die Hörer transportiert, musikalisch wirkt das Ganze allerdings oftmals etwas zu einheitlich und abwechslungsarm.

Video

Tracklist

01 In My Blood
02 Skin To Skin
03 Don’t Give Up Your Ghost
04 Tunnel Vision
05 Garden Eyes
06 12 Weeks
07 Living Apology
08 Santiago Peak
09 Seneca
10 Moonlight Lines
11 No Good Left To Give
12 Love Took The Last Of It

Details

Movements – Homepage | Movements – Facebook

Label: Fearless Records / Spinefarm Records
Vö-Termin: 18.09.2020
Spielzeit: 45:49

Copyright Cover: Fearless Records



Über den Autor

Selina
Carpe Noctem