Review

Der Bandname Mount Shasta Collective könnte auch der Name einer fanatischen Sekte sein, die in schwarzen Kutten nachts im Gebirge okkulte Rituale durchführt und falschen Göttern huldigt. Spricht doch schon mal für die deutsche Truppe, die ihr Erzeugnis mit dem knappen Titel „Beast“ nun auf die Menschheit loslässt. Auf die Ohren gibt es atmosphärischen Post-Rock, gepaart mit ein wenig Stoner Rock.

Mount Shasta Collectives Sound ist zunächst einmal tonnenschwer. Die Band läuft auf der Platte durchgehend unaufhaltsam geradeaus. Die Rhythmen schreiten ebenso optimistisch voran. Schwere Riffs krachen auf rhythmische Drums. Nicht zu vergessen der Gesang. Dieser zeichnet sich durch eine raue Kehle und durchgehend tiefe Lagen aus. Erinnert an eine typische Stoner Rock-Stimme, aber noch mal eine Spur dreckiger. Genauso wie er sanft und schmeichelnd daherkommt, werden die Lyrics bis zur Heiserkeit herausgedrückt.

Definitiv punkten die Jungs mit ihrer postapokalyptischen Grundeinstellung, die sich irgendwie in jedem der neun Titel wiederfindet. Und so erscheinen neben der soliden Akkordarbeit in den Refrains immer wieder kleine melodische Einlagen. Auch zeigen Mount Shasta Collective mit manchen Strukturen und Riffs einen gewissen progressiven Ansatz. Die Band lässt Post-Rock auch dem Namen gemäß klingen.

Entsprechend erforscht man auf „The Red Below“ auch die Grenzen des eigenen Sounds; besonders durch das Riff im mittleren Teil des Titels, welches durch die Slides leichtes Prärie-Flair aufkommen lässt. Außerdem erkunden Mount Shasta Collective stellenweise ihre Doom-Seite. Dennoch in einem gesunden Maß, ohne ihr Ziel aus den Augen zu verlieren.

Besonders stechen die Titel „Hunt Them Down“ und „Flame“ hervor.
Erster ballt die musikalische Faust in der Tasche. Ständiger Spannungsaufbau, angefangen mit dem zunächst langsamen Tempo mit starker Verzerrung, bis hin zu den treibenden Rhythmen, die das Thema des Songs unterstreichen, um sich dann wieder in dezenten Klängen zu verlieren.
Bei „Flame“ erfüllen vor allem die gleichzeitig gespielten Tonabfolgen die Ohren. Der Höhepunkt, sozusagen die Spitze des Berges, ist das Vorbereiten auf das epische Riffgewitter gleich nach dem Statement des Sängers „Make them pay!“.

Mount Shasta Collective (Copyright: Mount Shasta Collective)

Mount Shasta Collective (Copyright: Mount Shasta Collective)

Wenn wir jetzt auch schon oben angekommen sind, wollen wir auch mal ein wenig die Aussicht bemängeln, denn man findet ja immer irgendwas zum Nörgeln. Auch wenn Mount Shasta Collective viel in ihrer Musik variieren – insbesondere die elektronischen Synthi-Einflüsse auf beispielsweise „Fear“ – so klingen die Songs vom Aufbau doch sehr ähnlich. Es endet bis auf ein paar Ausnahmen oft darin, dass sich die Band im repetitiven Akkordfieber verliert. Auch der letzte Song „Mount Shasta“ hätte wohl besser an den Anfang gepasst. Das Prinzip, Instrumente über ein verbales Sample zu setzen, ist an sich eine gute Idee, aber der Titel klingt im Grunde sehr untypisch fröhlich.

Obwohl „Beast“ an Masse viel zu bieten hat, kann man diese Platte dennoch flüssig durchhören. Mount Shasta Collective rollen mit ihrem Sound zwar oft genug über die Ohren, kollidieren aber immer wieder mit melodischen Auflockerungen. Ebenfalls der Gesang bleibt auch danach noch im Gedächtnis hängen.
„Beast“ klingt düster, dennoch lockern sich manchmal die dunklen Wolken auf und die Sonne kommt zum Vorschein. Auch wenn diese pechschwarz ist, ein angenehmer Anblick.

Video

Trackliste

01 The Cold
02 The Red Below
03 Fear
04 Beast
05 Hunt Them Down
06 Apathy
07 Flame
08 The Bells
09 Mount Shasta

Details

Mount Shasta Collective – Facebook

Label: Timezone Records
Vö-Termin: 27.03.2015
Spielzeit: 47:06

Copyright Cover: Timezone Records



Über den Autor

Christopher