Review

Debütalben sind immer spannend. „Titan“ von den Oldenburgern Mount Atlas ist ein solches und mit jenem will die Band ihren Teil zur deutschen Stoner Rock-Szene beitragen.
Ihr Southern Rock mit Bezügen zu Pink Floyd oder Deep Purple ist catchy und fließt rockig durch die Speaker. Ob das ganze Album überzeugen kann, finden wir heute heraus.

Es ist immer gut, mit dem Titeltrack anzufangen, man muss nur aufpassen, nicht zu viel Pulver bereits zu Beginn zu verschießen. Mount Atlas machen das aber ganz ordentlich und gehen ohne Umschweife nach vorne. Besonders positiv fällt hier das Orgelspiel von Bandmitglied Christoph Ramke auf, welches gar frisch statt old school klingt. Man fühlt sich somit auf moderne Art in die 70er zurückversetzt.

Rein instrumental macht die Band prinzipiell nichts falsch. Einzig auffallend ist der etwas drucklose Gesamtsound, der vielleicht ein wenig knackiger hätte klingen können, um aus dem „Demobereich“ herauszukommen. Dafür sind jedoch alle Instrumente gut hörbar und versprühen gute Laune beim Hören von Tracks wie „Go For a Ride“ oder „Through The Fire“, denn die sind zudem auch richtig gut geschrieben.

Mount Atlas (Copyright: Mount Atlas)

Klar sind die Songs nach dem beliebten Schema „Strophe – Refrain – Strophe – Refrain – Bridge – Strophe“ angelegt, doch gerade dadurch sind sie ungemeine Ohrwürmer; was nicht zuletzt an den guten Riffs der Gitarristen sowie dem Zusammenspiel der Band liegt. Für eine Debütplatte ist dies wirklich bemerkenswert.
Immer wieder ist außerdem die Spielfreude der Band spürbar. Darüber hinaus überzeugt Sänger Jonas Willenbrink mit seiner leicht angerauchten Rockstimme; vor allem die melodischen Parts kommen dadurch schön satt daher.

Mit „Atlas“ findet schließlich auch ein Instrumentalstück seinen Platz auf „Titan“, das zeitgleich als Interlude fungiert. Für eine 30-Minuten-Scheibe ist das ebenfalls ein seltener Anblick. Der Übergang geschieht mühelos, könnte allerdings etwas ausgefeilter sein. Nichtsdestotrotz sind es gerade die nachdenklichen Parts, die den Hörer richtig mitziehen. Dabei wird es etwas verspielt und sehr rhythmisch.

Mount Atlas machen mit „Titan“ so gut wie alles richtig. Etwas mehr Druck hier und da wäre wünschenswert gewesen, aber dafür sind die Songs sehr eingängig und machen ordentlich Laune. Gerade live kann man sie sich daher gut vorstellen. Alles in allem sollten die Jungs im Auge behalten werden, denn mit Sicherheit darf man sich auf die nächsten Releases durchaus berechtigt freuen.

Video

Trackliste

01 Titan
02 Go For a Ride
03 Down
04 Atlas
05 Through The Fire
06 The Hunter
07 Loss

Details

Mount Atlas – Homepage
Mount Atlas – Facebook
Mount Atlas – Twitter

Label: Daredevil Records
Vö-Termin: 28.04.2017
Spielzeit: 31:07

Copyright Cover: Daredevil Records



Über den Autor

Marcus
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