Review

Es ist wieder Zeit die Luftgitarren rauszuholen, denn Mos Generator laden mit ihrem aktuellen Album „Abyssinia“ definitiv dazu ein. Wer auf erdigen Rock mit ordentlichen Einflüssen aus dem Hard Rock der 70er sowie auf modernen Stoner Rock steht, ist hier auf jeden Fall an der richtigen Adresse. Das Trio verkörpert all den dazugehörigen Groove, die schweren Riffs und die leicht psychedelische Ader.

„Strangest Times“ hat noch gar nicht richtig begonnen und schon kristallisiert sich eine der Stärken der Band heraus. Mit einer kraftvollen Stimme werden die harten Saiten untermalt. Dabei birgt sie eine Mischung aus rauem Stoner- und einem nasalen Ton, was für etwas Nostalgie im Sound sorgt.

Auch sonst sind die Jungs von Mos Generator gut unterwegs. Vor allem die Produktion hat sich gegenüber den Vorgängern deutlich verbessert. So rollt „Abyssinia“ mit seinen Drums über die Trommelfelle der Hörer hinweg.

Allerdings bietet die Platte zu Beginn nicht allzu viel an Überraschungen. Es gibt zwischendurch ein paar Highlights, aber es fehlt zunächst der explosive Effekt, von dem einige Songs profitiert hätten; allen voran „Easy Evil“, welcher nur so dahinschleicht. Ein monotoner Beat mit noch monotoneren Riffs, die sich darüber schlängeln.

Mos Generator (Copyright: Mos Generator)

Mos Generator (Copyright: Mos Generator)

Ab der Hälfte des Albums drehen Mos Generator jedoch richtig auf. „As Above So Below“ bringt etwas Frische in den Stil, der sich zu Beginn noch etwas festgefahren hat. Der Gesang wird weicher und der Groove fesselnder.

Auch die letzten drei Titel holen eine Menge aus dem Verpassten wieder raus. Da gibt es zum Beispiel „There’s No Return From Nowhere“, der mit anfänglichem akustischem Intro den Doom in der Musik zum Leben erweckt.
Schlusslicht „Outlander“ schließt „Abyssinia“ schon fast mit einer Ballade ab. Mos Generator zeigen unter anderem durch diese beiden Songs, dass da viel mehr geht.

Die feste Formel für beinharten Rock wird natürlich durchweg aufgelöst, wobei sich aber auch ein paar Variationen als Unbekannte einschleichen, die es zu erforschen gilt. Daher fühlt sich die Platte nicht so an, als würde sie musikalisch das auffangen, was schon mit einer Menge Platten vor ihr in dem Genre ausgepresst wurde.
Hinzu kommt ein energetischer Charakter, der den generischen Passagen zum Trotz das Feuer Mos Generators immer wieder aufflammen lässt. Stark genug, um diesem Album eine Menge Unterhaltung abzugewinnen. Dazu kommt noch die Wandelbarkeit des Sounds und heraus kommt „Abyssinia“, eine Scheibe, die in so manchen Anlagen ordentlich heiß laufen wird.

Video

Trackliste

01 Strangest Times
02 You’ve Got A Right
03 Catspaw
04 Easy Evil
05 Wicked Willow
06 As Above So Below
07 Red Canyons
08 There’s No Return From Nowhere
09 Time And Other Thieves
10 Outlander

Details

Mos Generator – Facebook

Label: Listenable Records
Vö-Termin: 15.07.2016
Spielzeit: 43:58

Copyright Cover: Listenable Records



Über den Autor

Christopher