Review

1986, das Geburtsjahr von Mortal Terror. Bis heute sind sie in der Szene und mit ihrem Thrash Metal der 80er Jahre recht bekannt und dazu noch aus deutschen Landen. In Hann. Münden begann der Zusammenschluss von Freunden, um einer Leidenschaft nachzugehen. Der Klassiker unter den Bandgeschichten. So wurden über die Jahre diverse Demos und Platten aufgenommen. Kontinuierlich und trotz eines Line-up-Wechsels ist man immer bei der Stange geblieben. Und Bands, die ihren Promotext mit „Es soll tatsächlich Leute geben, die sich fragen, warum eine Band wie Mortal Terror überhaupt nach so vielen Jahren noch immer nicht aufgegeben hat“ beginnen, sind prinzipiell schon mal Sympathieträger. Doch kann das aktuelle Album „Creating Destruction“ überzeugen?

Beginnen wir direkt mit dem Intro. „Funeral March“ klingt nach epischem „Vader Marching“, ist es aber leider so gar nicht. Das fängt beim Snaresound, bei dem sich die Nackenhaare gleich selbst ausreißen, an und hört beim schlecht gespielten Solo-/Leadpart auf. Für ein Intro beginnt der Track ruhig und ziemlich deathig, was in den letzten Jahren immer mehr in den Fokus gerückt ist. Doch in diesem Fall tut es das auf keine gute Art und Weise. Somit ist „Funeral March“ definitiv skipfähig.

„Too Old To Die Young“ erinnert an frühe Metallica-Alben, doch hinkt der Vergleich insofern, da der Sound und das Mixing nicht so richtig gut klingen. Die Bassdrum schwimmt weg, die Snare brüllt sich in den Vordergrund und die Gitarren werden entweder vollkommen aufgesogen oder schneiden sich regelrecht in die Gesichter der Hörer. Ausgewogen hört sich anders an. Der Gesang hat dazukommend einen wunderschönen Altherren-Charme.

Eine fehlende Fähigkeit ist der Sinn für Dynamik. Die Tracks klingen dermaßen hölzern, man möchte sich eine Axt schnappen und die Platte im Wald zerhacken. Das ist nicht nur leicht störend, es nervt auch massiv. Hat man mal ein Riff gefunden, was funktioniert, dann wird jenes bis zum Erbrechen verwendet. „Death Zone“ hat von all dem mehr als genug. Mit seinem starken Metallica-Einschlag ist er aber noch einer der besseren Tracks.

Mortal Terror (Copyright: Mortal Terror)

Mortal Terror (Copyright: Mortal Terror)

Leider hilft das auch nicht über den Grad an Lameness hinweg. Wir befinden uns im Thrash Metal. Ein Kernelement des Genres ist das Tempo. Das Thema muss an Mortal Terror vorbeigegangen sein. Ich erwische mich immer wieder beim Skippen der teilweise 6- bis 8-minütigen Songs, da hier einfach keine Headbangstimmung aufkommt.

So gerne ich etwas Positives über die Musik der Jungs berichten möchte, es kommt einfach nichts rüber. Mortal Terror mögen ihre Daseinsberechtigung und eine treue Fangemeinde haben, aber jeder, der frisch auf diese Band trifft, verpasst nichts, wenn er sofort den Blinker setzt und umkehrt.

Trackliste

01 Funeral March (Intro)
02 Too Old To Die Young
03 Speed Demon
04 Death Zone
05 The Beast Takes Control
06 Creating Destruction
07 Violent Years
08 Spit You Out
09 Mortal Terror

Details

Mortal Terror – Facebook

Label: Unholy Fire Records
Vö-Termin: 23.04.2016
Spielzeit: 60:09

Copyright Cover: Unholy Fire Records



Über den Autor

Marcus